Interne vs. externe IT: der ehrliche Vergleich
Eigenes IT-Team oder auslagern? Ein ehrlicher Vergleich mit Vollkostenrechnung, Entscheidungsbaum und dem dritten Weg – für Geschäftsführungen im Mittelstand.
- Interne IT bedeutet: festangestelltes Personal mit voller Kontrolle, aber hohen Fixkosten und Klumpenrisiko bei Ausfall oder Kündigung.
- Externe IT bedeutet: ein Dienstleister übernimmt Betrieb und Support gegen eine planbare monatliche Pauschale – ohne Recruiting, ohne Vakanz-Lücken.
- Die Vollkosten einer internen IT-Stelle liegen mit Lohnnebenkosten, Arbeitsplatz, Tools und Weiterbildung bei rund 65.000 bis 85.000 € pro Jahr – nicht beim reinen Bruttogehalt von median 44.700 € (Stepstone 2026).
- Für die meisten Unternehmen bis etwa 80 Mitarbeitende ist eine externe oder co-managed IT günstiger und ausfallsicherer als eine einzelne interne Vollzeitstelle.
- Bei kjello beginnt die externe Betreuung bei 29 € pro Arbeitsplatz und Monat – der Vergleichsmaßstab, an dem sich eine interne Stelle rechnen muss.
- Vorteile einer externen IT-Abteilung sind Skalierbarkeit, gebündelte Expertise und planbare Kosten; der Preis dafür ist weniger physische Nähe und sauber dokumentierte Zugriffe auf sensible Daten.
Fast jede Geschäftsführung im Mittelstand landet früher oder später bei dieser Frage: Stellen wir jemanden für die IT ein – oder geben wir sie in externe Hände? Die Antwort wird selten sauber getroffen. Meist entscheidet ein Zufall: Der langjährige „Computer-Mensch” geht in Rente, ein Sicherheitsvorfall erschreckt alle, oder eine Bewerbung flattert herein. Dieser Artikel liefert stattdessen die nüchterne Grundlage – mit echten Zahlen, einem Entscheidungsbaum und einem dritten Weg, den viele übersehen.
Interne vs. externe IT: die ehrliche Kurzfassung
Interne IT bedeutet: Sie beschäftigen eine oder mehrere Personen fest, die Ihre Systeme betreuen. Volle Nähe, volle Kontrolle – aber auch volle Fixkosten und ein Klumpenrisiko, wenn diese Person ausfällt oder kündigt.
Externe IT bedeutet: Ein spezialisierter Dienstleister übernimmt Betrieb, Support und Sicherheit gegen eine planbare monatliche Pauschale. Kein Recruiting, keine Vakanz-Lücke, ein ganzes Team statt einer einzelnen Fachkraft – dafür weniger physische Nähe und die Notwendigkeit, sauber zu dokumentieren, wer was darf.
Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Der Fehler liegt fast nie im Modell selbst, sondern darin, das falsche für die eigene Größe und Komplexität zu wählen – und die wahren Kosten der internen Variante zu unterschätzen.
Was interne IT wirklich kostet
Der häufigste Denkfehler: Man rechnet die interne IT-Kraft mit ihrem Bruttogehalt. Doch das Bruttogehalt ist nur ein Teil der Rechnung. Laut Stepstone liegt das Median-Gehalt eines IT-Administrators 2026 bei rund 44.700 €, erfahrene Systemadministratoren erreichen nach zehn Jahren im Schnitt 60.500 €. Dazu kommen Positionen, die in keiner Stellenanzeige stehen:
| Position | Interne IT-Stelle (pro Jahr) |
|---|---|
| Bruttogehalt (Median IT-Administrator) | ~44.700 € |
| Arbeitgeber-Lohnnebenkosten (~21 %) | ~9.400 € |
| Arbeitsplatz, Hardware, Software-Tools | 6.000 – 10.000 € |
| Weiterbildung, Zertifikate | 3.000 – 5.000 € |
| Recruiting, Einarbeitung, Vakanz | variabel, oft > 10.000 € |
| Vollkosten realistisch | ~65.000 – 85.000 € |
Diese Vollkosten sind der Betrag, an dem sich jede Alternative messen muss. Und sie kaufen Ihnen genau eine Person mit einem Erfahrungsschatz – die gleichzeitig Helpdesk, Server, Netzwerk, Microsoft 365, Datenschutz und Cybersecurity abdecken soll. Ein Feld davon wird zwangsläufig zu kurz kommen.
Hinzu kommt der Faktor, der sich schlecht in Euro fassen lässt: das Klumpenrisiko. Fällt die eine IT-Person aus – Krankheit, Kündigung, Urlaub in der falschen Woche – steht das Wissen still. Wie schnell aus dieser Konstellation ein akutes Problem wird, haben wir im Ratgeber „IT-Verantwortlicher überlastet” beschrieben. Die detaillierte Gegenüberstellung interner und externer Kostenpunkte finden Sie außerdem im Artikel IT auslagern: Kosten realistisch kalkulieren.
Was externe IT kostet – und was oft übersehen wird
Externe IT wird meist pro Arbeitsplatz und Monat abgerechnet. Bei kjello beginnt die Betreuung bei 29 € pro Arbeitsplatz und Monat für den laufenden Betrieb: Portal, Support, On- und Offboarding, Geräte- und Inventar-Management, Konten- und Software-Verwaltung. Bei 30 Arbeitsplätzen sind das rund 10.400 € pro Jahr für den Grundbetrieb – ein Bruchteil einer internen Vollzeitstelle.
Ehrlicherweise gehört zur Rechnung aber auch die andere Seite:
- Spezialmodule kosten extra. Firewall, Backup, Telefonie oder ein erweiterter Virenschutz (bei kjello 10 € pro Gerät und Monat) buchen Sie flexibel nach Bedarf dazu – transparent ausgewiesen, aber eben nicht im Grundpreis enthalten.
- Microsoft-365-Lizenzen kommen zum Lizenzpreis hinzu, sofern gewünscht.
- Größere Projekte – etwa eine Migration – laufen als eigenes Vorhaben, bei kjello mit gedeckeltem Tagessatz statt offener Stundenzettel.
Der Vorteil: All das ist planbar und skaliert mit Ihnen. Sie zahlen für 30 Arbeitsplätze, nicht für eine Stelle, die bei 15 Mitarbeitenden überdimensioniert und bei 120 überlastet ist. Was genau in einer Arbeitsplatz-Pauschale steckt, zeigt unsere Übersicht der IT-Kosten pro Mitarbeiter.
Vorteile und Nachteile im Überblick
Bevor Sie sich zwischen interner oder externer IT oder einem hybriden Modell entscheiden, hilft eine nüchterne Gegenüberstellung der Vorteile und Nachteile. Beide Wege haben klare Stärken – und Schwächen, die man kennen sollte.
Vorteile einer internen IT-Abteilung: kurze Wege, tiefe Kenntnis der eigenen Prozesse, direkte Ansprechpartner im Haus. IT-Mitarbeiter, die täglich vor Ort sind, verstehen die Fachbereiche oft besser als externe Anbieter. Für sehr spezielle, geschäftskritische Software ist dieses interne Fachwissen schwer zu ersetzen.
Nachteile einer internen IT-Abteilung: hohe Fixkosten, das erwähnte Klumpenrisiko und begrenzte Bandbreite. Eine einzelne Kraft kann Wartung, IT-Sicherheit und IT-Infrastruktur nicht gleichzeitig auf neuestem Stand der Technik halten. Fällt sie aus, entsteht sofort eine Schwachstelle – und IT-Probleme bleiben liegen.
Vorteile einer externen IT-Abteilung: Externe IT-Services bringen Skalierbarkeit und Flexibilität. Ein externer Dienstleister bündelt die Expertise mehrerer Fachleute, hält Systeme effizient in Wartung und wächst mit Ihrer Unternehmensgröße mit – ob Sie 15 oder 120 Arbeitsplätze betreiben. Managed Services bedeuten planbare Kosten statt schwankender Personalaufwände, mehr Effizienz im Betrieb, und ein Team fällt nicht geschlossen aus.
Nachteile einer externen IT-Abteilung: weniger physische Nähe und die Notwendigkeit, Zuständigkeiten und Zugriffe auf sensible Daten sauber zu dokumentieren. Auch Compliance-Anforderungen und die Auswahl eines externen IT-Dienstleisters wollen bedacht sein – ein seriöser Anbieter macht beides transparent.
Für viele kleine und mittlere Unternehmen überwiegen bei ausgelagerter IT die Vorteile, sobald die interne Stelle chronisch überlastet ist. Ganz oder gar nicht muss es dabei nicht sein: Das hybride Co-Managed-Modell verbindet internes Know-how mit externer Unterstützung.
Der Entscheidungsbaum: fünf Fragen
Ob intern, extern oder gemischt sinnvoll ist, hängt an wenigen Faktoren. Arbeiten Sie diese fünf Fragen ehrlich durch:
- Wie viele Mitarbeitende haben Sie? Unter etwa 50 ist eine interne Vollzeitstelle selten ausgelastet und gleichzeitig für Spezialthemen zu dünn. Ab 80 bis 100 beginnt sich ein eigenes Team zu rechnen.
- Wie geschäftskritisch und speziell ist Ihre IT? Eine Fertigung mit eigener Maschinensteuerung braucht anderes Wissen als ein Beratungshaus mit Microsoft 365. Je spezieller die Kernsysteme, desto eher lohnt internes Know-how – oft ergänzt durch externe Standard-Betreuung.
- Finden Sie überhaupt Personal? In Deutschland sind laut Bitkom rund 109.000 IT-Stellen unbesetzt. Die zweite IT-Stelle bleibt vielerorts ein Jahr lang ein Wunsch im Stellenplan.
- Wie gut halten Sie Ausfälle aus? Wenn eine Woche ohne funktionierende IT Ihr Geschäft trifft, ist ein Ein-Personen-Team ein Risiko – ein externes Team fällt nicht geschlossen aus.
- Wollen Sie Strategie oder Tagesgeschäft im Haus haben? Viele Unternehmen wollen die Richtung selbst bestimmen, aber nicht jeden Passwort-Reset. Genau dafür gibt es den dritten Weg.
Der dritte Weg: Co-Managed IT
Die Debatte „intern oder extern” verschweigt das Modell, das für viele Mittelständler am besten passt: Co-Managed IT. Dabei teilen sich internes und externes Team die Arbeit. Der Dienstleister übernimmt definierte Bereiche – Helpdesk, Monitoring, Patch-Management, Geräteverwaltung –, während die interne IT-Verantwortung die IT-Strategie, Adminrechte und den Überblick behält.
Co-Managed IT bedeutet: Entlastung ohne Kontrollverlust. Ihr interner IT-Leiter hört auf, den ganzen Tag Tickets abzuarbeiten, und kann sich um strategische Themen wie Digitalisierung und IT-Sicherheit kümmern. Wie dieses Zusammenspiel konkret aussieht, zeigen wir auf der Seite Lösungen für IT-Teams. Es ist kein Kompromiss aus zwei schlechten Optionen, sondern für viele die beste – gerade in der Wachstumsphase zwischen 50 und 100 Mitarbeitenden.
Woran Sie einen guten externen Partner erkennen
Wenn Sie sich für externe oder co-managed IT entscheiden, steht und fällt alles mit dem Partner – schließlich vertrauen Sie externen Experten Ihre IT-Infrastruktur an. Sieben Prüffragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten:
- Ist der Betreiber ein echtes Systemhaus mit Referenzen und Jahren am Markt – oder eine reine Software-Marke?
- Wo werden meine Daten gehostet? (Bei kjello: deutsches Hosting, DSGVO-konform, mit Datenschutzbeauftragtem.)
- Wie transparent ist die Preisstruktur – sehe ich jeden Posten einzeln, oder gibt es eine Pauschale mit Sternchen?
- Wie schnell ist der Support erreichbar, und was passiert bei einem echten Notfall?
- Behalte ich Eigentum an Lizenzen, Daten und Zugängen?
- Wie sieht ein sauberer Wechsel aus – rein wie raus?
- Wird meine IT dokumentiert, sodass das Wissen nicht wieder an einer einzelnen Person hängt?
Wie kjello diese Punkte beantwortet – vom Self-Service-Portal über den KI-gestützten Support bis zum Systemhaus dahinter – sehen Sie auf der Produktseite. Und wenn Sie den Schritt konkret planen, führt Sie unser Ratgeber IT-Abteilung auslagern durch den Ablauf; wollen Sie einen bestehenden Anbieter ablösen, hilft IT-Dienstleister wechseln mit dem konkreten Vorgehen.
Die Entscheidung zwischen interner und externer IT ist am Ende keine Glaubensfrage, sondern eine Rechenaufgabe mit ein paar ehrlichen Variablen. Wer sie sauber durchgeht, landet fast immer bei einer planbaren, ausfallsicheren Lösung – und selten bei der einsamen Stelle im Serverraum.
Geschrieben von
Jens Hagel
Gründer & Geschäftsführer
Jens Hagel gründete 2004 das Systemhaus hinter kjello und betreut mit seinem Team über 150 mittelständische Unternehmen. Er schreibt über das, was er in echten Firmen erlebt – praxisnah, ehrlich und ohne Fachchinesisch.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen interner und externer IT?
Ab wann lohnt sich eine eigene IT-Abteilung?
Ist externe IT günstiger als interne IT?
Verliere ich mit externer IT die Kontrolle über meine Systeme?
Was ist Co-Managed IT?
Was bedeutet IT-Outsourcing?
IT-Abteilung auslagern – so funktioniert es
Sie behalten die Kontrolle, kjello übernimmt Betrieb, Support und Geräteverwaltung – planbar ab 29 € pro Arbeitsplatz und Monat.