Eigene IT-Abteilung aufbauen – oder lieber doch auslagern?
Eigene IT-Abteilung aufbauen oder lieber auslagern? Entscheidungshilfe für den Mittelstand: interne vs. externe IT, Kosten, Risiko, Fachkräftemangel.
- Eine eigene IT-Abteilung lohnt sich meist erst ab rund 50 bis 80 Arbeitsplätzen – darunter ist eine einzelne Vollzeitstelle selten ausgelastet und gleichzeitig ein Klumpenrisiko.
- Eine interne IT-Kraft verursacht weit mehr als das Gehalt: Lohnnebenkosten, Hardware, Lizenzen, Weiterbildung sowie Ausfälle durch Urlaub und Krankheit gehören mit eingerechnet.
- Wer intern aufbaut, muss die IT-Infrastruktur dauerhaft pflegen – Updates einspielen, veraltete Systeme ablösen und eine saubere Struktur halten sind Daueraufgaben, keine Nebensache.
- Der Fachkräftemangel macht es schwer, gute Administratoren zu finden und langfristig zu halten – Wissen verlässt mit der Person oft das Haus.
- Managed IT liefert ein ganzes Team mit Spezialwissen, definierte Reaktionszeiten per SLA und planbare Kosten pro Arbeitsplatz statt eines fixen Personalrisikos.
- Co-Managed IT ist der Mittelweg: Die interne Kraft kümmert sich ums Tagesgeschäft, der Dienstleister übernimmt Spezialthemen wie Sicherheit, Backup und Projekte.
Es gibt einen Moment, den viele Mittelständler kennen. Anfangs läuft die IT irgendwie mit: Der technikaffine Kollege richtet schnell den neuen Laptop ein, der Azubi kümmert sich um den Drucker, und wenn das WLAN streikt, ruft jemand den Sohn des Chefs an. Das funktioniert – bis es nicht mehr funktioniert. Plötzlich hängt ein Software-Update quer, ein Server im Abstellraum wird zu klein, der nächste neue Mitarbeiter braucht am ersten Tag fünf Accounts, ein Notebook und Zugriff auf die richtigen Ordner. Und niemand fühlt sich so richtig zuständig.
Spätestens dann steht die Frage im Raum: Sollten wir eine eigene IT-Abteilung aufbauen – oder die IT lieber an einen Dienstleister auslagern? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Aber es gibt nachvollziehbare Kriterien, an denen Sie die Entscheidung festmachen können. Dieser Beitrag ordnet die Optionen ein, nennt die Kosten beim Namen und zeigt, welcher Weg zu welchem Unternehmen passt.
Option A: Eine eigene IT-Abteilung aufbauen
Der naheliegende Gedanke: Wir holen uns jemanden ins Haus, der sich kümmert. Eine eigene Kraft sitzt vor Ort, kennt die Leute, ist morgens da. Das hat echte Vorteile – kurze Wege, direkter Draht, Identifikation mit dem Betrieb. Nur unterschätzen viele, was dahintersteckt.
Es bleibt selten bei einer Stelle
Eine einzelne Person deckt das gesamte Spektrum kaum ab. Moderne IT reicht vom Helpdesk über Netzwerk und Firewall, Backup, Microsoft 365, Telefonie bis hin zu Datenschutz und Sicherheit. Das ist zu viel für einen Kopf. In der Praxis braucht eine interne IT entweder mehrere Stellen mit unterschiedlichen Schwerpunkten – oder eine Generalistin, die zwangsläufig in einigen Bereichen nur an der Oberfläche bleibt.
Die Rechnung geht über das Gehalt hinaus
Wer nur auf das Bruttogehalt schaut, rechnet sich die interne IT zu günstig. Realistisch gehören dazu:
- Lohnnebenkosten von rund 20 bis 30 Prozent obendrauf
- Arbeitsplatz, Hardware und Software-Lizenzen für die IT selbst
- Zertifizierungen und Weiterbildung, damit das Wissen aktuell bleibt
- Recruiting-Aufwand – Stellen im IT-Bereich bleiben oft monatelang unbesetzt
- Vertretung bei Urlaub, Krankheit und Fluktuation
Gerade der letzte Punkt wird gern übersehen. Fällt die eine IT-Kraft drei Wochen aus, fällt auch die IT-Betreuung aus. Bei einem Sicherheitsvorfall im Urlaub hilft die beste Stellenbeschreibung nicht.
Das Klumpenrisiko: Alles hängt an einer Person
Eine interne IT, die auf einer Person ruht, ist ein Single Point of Failure. Diese Person weiß, wo die Passwörter liegen, wie der Server konfiguriert ist und warum die eine Anwendung nur mit einem bestimmten Workaround läuft. Verlässt sie das Unternehmen, geht ein großer Teil dieses Wissens mit – oft schlecht dokumentiert. Sie stehen dann nicht nur ohne Betreuung da, sondern müssen das System erst wieder verstehen, bevor Sie es weiterführen können.
Fachkräftemangel: Finden ist schwer, Halten noch schwerer
Gute Administratoren und Systembetreuer sind gefragt. Mittelständler konkurrieren beim Recruiting mit Konzernen und spezialisierten IT-Häusern, die höhere Gehälter, klare Karrierepfade und ein ganzes Team mit Austausch bieten. Wer es schafft, eine gute Kraft einzustellen, muss sie anschließend halten – mit Weiterbildung, spannenden Aufgaben und Perspektive. Ein einzelner Admin, der im Mittelstand zwischen Druckerstau und Server-Migration pendelt, findet beides nicht immer.
Die IT-Infrastruktur will gepflegt und strukturiert werden
Eine eigene IT betreibt nicht nur, sie muss die IT-Infrastruktur dauerhaft pflegen und sinnvoll strukturieren. Dazu gehört, Updates und Sicherheits-Patches regelmäßig einzuspielen, veraltete Systeme und alte Hardware rechtzeitig abzulösen, Netzlaufwerke und Berechtigungen aufzuräumen und Lizenzen im Blick zu behalten. Wird das vernachlässigt, summieren sich Workarounds, Sicherheitslücken und langsame Geräte – und die Effizienz im ganzen Betrieb leidet, nicht nur in der IT. Genau diese stille Daueraufgabe bleibt im Tagesgeschäft schnell liegen, wenn eine einzelne Kraft zwischen Helpdesk und Telefon zerrieben wird. Eine sauber strukturierte Infrastruktur spart langfristig Zeit und Geld; eine gewachsene, ungepflegte kostet beides. Ein Dienstleister hat dafür feste Routinen und Werkzeuge, eine interne Stelle muss sich diese Disziplin erst selbst auferlegen.
Werkzeuge gibt es nicht umsonst
Professionelle IT-Betreuung braucht professionelle Werkzeuge: ein System zur Fernwartung und Geräteverwaltung, eine Ticketlösung, Monitoring, ein Patch-Management, das Updates automatisch verteilt, dazu Schutzsoftware und ein Passwort-Tresor. Diese Plattformen werden meist pro Gerät oder Nutzer lizenziert und müssen eingerichtet, gepflegt und beherrscht werden. Für eine einzelne interne Kraft ist das ein erheblicher Posten – ein Dienstleister bringt diesen Werkzeugkasten bereits mit und verteilt die Kosten über viele Kunden. Wer intern aufbaut, sollte das Tooling von Anfang an einplanen, sonst arbeitet die teuer eingekaufte Fachkraft mit halben Mitteln.
Option B: Die IT auslagern – Managed IT vom Dienstleister
Beim Auslagern übernimmt ein externer Partner den Betrieb Ihrer IT – ganz oder in Teilen. Statt einer einzelnen Stelle steht Ihnen ein eingespieltes Team zur Seite, das verschiedene Fachgebiete abdeckt. Der Unterschied wird im Alltag schnell spürbar.
Team statt Einzelperson. Bei einem Dienstleister sitzt nicht eine Person mit allem Wissen, sondern eine Gruppe von Spezialisten. Für Netzwerk, Sicherheit, Microsoft 365 oder Backup gibt es jeweils jemanden, der sich wirklich auskennt. Fällt eine Person aus, springt eine andere ein – Vertretung ist eingebaut.
Planbare Kosten. Statt eines Personalrisikos mit Gehalt, Nebenkosten und Nachbesetzung zahlen Sie in der Regel einen festen Betrag pro Arbeitsplatz und Monat. Das macht die IT budgetierbar und vergleichbar. Sie wissen, was im nächsten Quartal auf Sie zukommt.
Definierte Reaktionszeiten. Ein seriöser Anbieter sichert seine Leistung über ein Service Level Agreement (SLA) zu. Darin steht, wie schnell auf eine Störung reagiert wird und welche Verfügbarkeit gilt. Das ist verbindlicher als das Versprechen, sich „bei Gelegenheit” zu kümmern.
Skalierbarkeit. Wächst Ihr Unternehmen von 30 auf 60 Arbeitsplätze, wächst die externe IT einfach mit. Sie müssen keine neue Stelle ausschreiben und niemanden einarbeiten. Genauso lässt sich der Umfang reduzieren, wenn ein Standort schließt.
Der Preis dafür: Sie geben einen Teil der direkten Kontrolle ab und machen sich von der Qualität des Partners abhängig. Deshalb kommt es darauf an, einen Anbieter zu wählen, der transparent arbeitet, Sie ernst nimmt und Ihre Abläufe versteht. Wie sich ein solcher Schritt konkret gestaltet, lesen Sie im Beitrag zum Thema IT-Abteilung auslagern.
Option C: Co-Managed IT – der Mittelweg
Die Entscheidung ist kein Entweder-oder. Viele Mittelständler fahren am besten mit einer Mischform. Bei Co-Managed IT bleibt eine interne Kraft an Bord, bekommt aber Unterstützung von außen.
Das spielt seine Stärke besonders dann aus, wenn schon jemand im Haus ist, der das Tagesgeschäft gut macht, bei Spezialthemen aber an Grenzen stößt. Die interne Person bleibt erster Ansprechpartner für die Kollegen, kennt die Räume, die Maschinen, die Eigenheiten des Betriebs. Den Rest deckt der Dienstleister ab:
- Sicherheit und Datenschutz – Themen, die heute Spezialwissen erfordern
- Backup und Notfallwiederherstellung – damit im Ernstfall wirklich etwas zurückkommt
- Größere Projekte wie Migrationen oder die Einführung neuer Systeme
- Vertretung bei Urlaub und Krankheit der internen Kraft
So verschwindet das Klumpenrisiko, ohne dass Sie auf den Menschen vor Ort verzichten. Die interne IT wird entlastet statt ersetzt – und gewinnt an Effizienz, weil sie sich auf das konzentrieren kann, was sie am besten kann.
Welche Kriterien wirklich zählen
Ob interne IT, Auslagern oder Mischform – ein paar Fragen helfen, die Richtung zu finden:
- Unternehmensgröße. Faustregel: Gerade kleine Unternehmen unter etwa 20 Mitarbeitenden lasten eine eigene IT-Stelle kaum aus – hier ist Auslagern fast immer die nüchternere Wahl. Unter rund 50 Arbeitsplätzen bleibt eine Vollzeitstelle schwer auszulasten. Zwischen 50 und 100 wird es zur Abwägung. Darüber kann eine eigene Abteilung sinnvoll sein – oft in Kombination mit externer Unterstützung.
- Standorte. Sitzen Ihre Leute an mehreren Orten oder arbeiten viele im Homeoffice, ist Vor-Ort-Präsenz weniger wert. Externe Betreuung, die zentral und remote funktioniert, passt dann oft besser.
- Compliance und Sicherheit. Anforderungen wie die NIS2-Richtlinie betreffen inzwischen auch viele mittelständische Betriebe in bestimmten Branchen. Wer die nötige Sicherheitsexpertise nicht selbst aufbauen kann, ist mit einem Partner gut beraten, der das mitbringt.
- Wachstum. Planen Sie zu wachsen, zu übernehmen oder neue Standorte zu eröffnen? Dann zählt, wie schnell die IT mitziehen kann, ohne dass Sie jedes Mal neu einstellen.
- Risiko-Konzentration. Fragen Sie sich ehrlich: Was passiert, wenn unsere IT-Kraft morgen kündigt? Lässt sich diese Frage nicht beruhigt beantworten, ist das Risiko zu groß.
Interne vs. externe IT im Überblick
| Kriterium | Eigene IT-Abteilung | Ausgelagerte / Managed IT |
|---|---|---|
| Wissen | Konzentriert auf wenige Köpfe | Verteilt auf ein Team von Spezialisten |
| Kosten | Gehalt, Nebenkosten, Hardware, Weiterbildung | Planbarer Betrag pro Arbeitsplatz |
| Verfügbarkeit | Lücken bei Urlaub und Krankheit | Vertretung eingebaut, SLA-gestützt |
| Skalierung | Neue Stellen nötig | Wächst mit dem Unternehmen |
| Reaktionszeit | Informell, abhängig von Auslastung | Vertraglich zugesichert |
| Nähe zum Betrieb | Sehr hoch, Person vor Ort | Hoch bei gutem Partner, meist remote |
| Risiko | Klumpenrisiko auf einer Person | Abhängigkeit vom Dienstleister |
| Spezialwissen | Begrenzt durch einzelne Person | Breit, über viele Fachgebiete |
Die Tabelle macht deutlich: Es geht weniger um „besser oder schlechter” als um die Frage, welche Stärken zu Ihrer Situation passen. Ein Familienbetrieb mit 15 Leuten an einem Standort braucht etwas anderes als ein wachsendes Unternehmen mit 90 Beschäftigten an drei Orten.
Fazit: Erst die Lage klären, dann entscheiden
Die Frage, ob Sie eine eigene IT-Abteilung aufbauen oder die IT auslagern, hat keine Standardantwort. Für viele Betriebe im Mittelstand ist das nüchterne Ergebnis: Eine einzelne interne Stelle ist zu teuer für das, was sie leisten kann, und zu riskant für das, was an ihr hängt. Eine reine Auslagerung wiederum nimmt Nähe, wenn der Partner nicht zum Unternehmen passt. Häufig liegt die beste Lösung dazwischen – eine externe IT, die wie ein eigenes Team arbeitet, oder ein Co-Managed-Modell, das vorhandenes Personal verstärkt.
Genau dafür ist die kjello-Plattform gebaut: Sie verbindet ein Self-Service-Portal mit einem echten Systemhaus im Hintergrund, deutschem Hosting und transparenten Kosten pro Arbeitsplatz. So bekommen Sie die Verlässlichkeit eines Teams, ohne selbst eine Abteilung aufbauen und halten zu müssen. Bevor Sie die nächste Stelle ausschreiben, lohnt sich der ehrliche Vergleich.
Häufige Fragen
Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich eine eigene IT-Abteilung?
Was kostet ein eigener IT-Administrator wirklich?
Was bedeutet Co-Managed IT?
Welche Vorteile hat es, die IT auszulagern?
Gibt es Nachteile beim Auslagern der IT?
Was tun, wenn ich wegen Fachkräftemangel keine IT-Kraft finde?
Wer pflegt die IT-Infrastruktur, wenn man die IT auslagert?
IT als Service statt eigener Abteilung
Bevor Sie eine Stelle ausschreiben, lohnt der Vergleich: kjello stellt Ihnen ein komplettes IT-Team zu planbaren Kosten zur Seite. Wir schauen uns Ihre Ausgangslage an und sagen ehrlich, was zu Ihnen passt.