SLA (Service Level Agreement): Was hinter Reaktionszeit, Lösungszeit und Verfügbarkeit steckt
Kurz erklärt
Ein Service Level Agreement (SLA) ist eine vertraglich festgelegte Vereinbarung zwischen einem IT-Dienstleister und seinem Kunden, die messbare Zusagen zur Servicequalität enthält – etwa Reaktionszeiten, Lösungszeiten und die garantierte Verfügbarkeit eines Systems.
- Ein SLA legt schriftlich fest, welche Servicequalität Sie erwarten dürfen – und macht ein Versprechen wie „Wir melden uns innerhalb von vier Stunden" überprüfbar.
- Reaktionszeit und Lösungszeit sind zweierlei: Die eine sagt, wann sich jemand kümmert, die andere, bis wann das Problem behoben sein soll.
- Eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent klingt nach fast durchgehend, bedeutet aber rund 44 Stunden Ausfall im Jahr. Erst die Zahl im Vertrag macht die Zusage greifbar.
Wenn „wir kümmern uns” nicht ausreicht
„Wir sind für Sie da” klingt gut – bis der Server am Freitagnachmittag ausfällt und niemand sagen kann, ob sich in einer Stunde jemand meldet oder erst am Montag. Genau diese Unsicherheit soll ein SLA beseitigen. Es macht aus einem freundlichen Versprechen eine überprüfbare Zusage.
Ein Service Level Agreement ist die schriftliche Vereinbarung darüber, welche Servicequalität Sie von Ihrem IT-Dienstleister erwarten dürfen. Statt Bauchgefühl stehen Zahlen im Vertrag: Wie schnell wird auf eine Störung reagiert? Bis wann soll sie behoben sein? Wie hoch ist die garantierte Verfügbarkeit eines Systems? So wissen beide Seiten, woran sie sind – und woran man den Dienstleister messen kann.
Reaktionszeit ist nicht Lösungszeit
Zwei Begriffe werden oft verwechselt, und der Unterschied ist wichtig. Verbindliche Zeiten gehören zu jeder seriösen IT-Support-Flatrate dazu.
Die Reaktionszeit sagt, wie schnell sich jemand Ihres Problems annimmt – zum Beispiel innerhalb von vier Stunden. Sie ist die Zusage, dass Ihre Meldung nicht liegen bleibt.
Die Lösungszeit sagt, bis wann das Problem tatsächlich behoben sein soll. Eine schnelle Rückmeldung nützt wenig, wenn die eigentliche Reparatur danach drei Tage dauert.
Gute SLAs regeln beides und staffeln es nach Dringlichkeit: Ein kompletter Ausfall, bei dem niemand mehr arbeiten kann, hat andere Fristen als ein einzelner Drucker, der streikt. Diese Einstufung nach Priorität sorgt dafür, dass die wirklich kritischen Fälle zuerst drankommen.
Verfügbarkeit: was 99,5 Prozent wirklich bedeuten
Die dritte typische Kennzahl ist die Verfügbarkeit, meist in Prozent angegeben. Sie klingt harmlos, hat es aber in sich.
99,5 Prozent Verfügbarkeit klingt nach „praktisch immer da”. Rechnet man es aufs Jahr um, sind es rund 44 Stunden erlaubter Ausfall – fast zwei ganze Tage. 99,9 Prozent senken das auf etwa neun Stunden. Jede weitere Neun kostet mehr, weil sie zusätzliche Redundanz und schnelleren Bereitschaftsdienst verlangt.
Die Kunst liegt nicht darin, die höchste Zahl zu verlangen, sondern die passende. Ein Kassensystem, das den Umsatz macht, braucht andere Zusagen als ein interner Ablageordner.
Worauf der Mittelstand achten sollte
Ein SLA muss nicht dick und kompliziert sein. Wichtiger als juristische Länge sind klare, verständliche Antworten auf drei Fragen: Wie schnell reagiert ihr? Bis wann ist es gelöst? Und was passiert, wenn ihr eine Zusage nicht einhaltet? Achten Sie außerdem auf die Servicezeiten – gelten die Fristen rund um die Uhr oder nur werktags von 8 bis 17 Uhr?
Klären Sie außerdem, was eine Zusage im Ernstfall wert ist. Manche Verträge sehen eine Service-Gutschrift vor, wenn Fristen gerissen werden. Das ersetzt keinen entgangenen Umsatz, ist aber ein spürbares Zeichen, dass die Zusage ernst gemeint ist und nicht nur schön klingt.
Bei kjello sind verlässliche Reaktions- und Servicezeiten Teil des Modells, nicht ein Kleingedrucktes, das man extra aushandeln muss. Wie durchgehende Betreuung im Alltag aussieht, zeigt der Überblick zur durchgehenden IT-Betreuung; wer den Support lieber als planbare Pauschale möchte, findet die Idee unter IT-Support als Flatrate.
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Häufige Fragen zu SLA (Service Level Agreement)
Was ist der Unterschied zwischen Reaktionszeit und Lösungszeit?
Die Reaktionszeit sagt, wie schnell sich jemand Ihres Problems annimmt – etwa innerhalb von vier Stunden. Die Lösungszeit sagt, bis wann es behoben sein soll. Eine schnelle Rückmeldung nützt wenig, wenn die Reparatur danach drei Tage dauert. Deshalb sollten beide Werte im SLA stehen.
Ist eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent immer besser als 99,5?
Rechnerisch ja – 99,9 Prozent bedeuten rund 9 Stunden Ausfall im Jahr statt 44. Aber höhere Zusagen kosten mehr, weil sie zusätzliche Redundanz und schnelleren Bereitschaftsdienst verlangen. Sinnvoller als die höchste Zahl ist die passende: Ein Kassensystem braucht andere Zusagen als ein interner Dateiserver.
Braucht ein kleines Unternehmen überhaupt ein SLA?
Gerade dann. Ohne schriftliche Zusage bleibt „Wir sind für Sie da" ein Versprechen ohne Maß. Ein SLA muss nicht kompliziert sein – schon klare Reaktionszeiten und definierte Prioritäten für Störungen schaffen Verlässlichkeit auf beiden Seiten.
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