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Support & Helpdesk

Ticketsysteme für interne IT: Helpdesk-Software im Vergleich

Helpdesk-Software im Vergleich: GLPI, Zammad, OTOBO, Freshservice, TOPdesk — Open Source gegen Suite, mit Preisen vom 7. August 2026 und Auswahlkriterien.

Jens Hagel
Jens Hagel · Gründer & Geschäftsführer
10 Min. Lesezeit
Wand aus sortierten Postfächern — Sinnbild für den Helpdesk-Software-Vergleich für die interne IT
Inhalt in Kürze
  • Ein Helpdesk-Software-Vergleich für die interne IT trennt sich an einer einzigen Frage: Wer betreibt das System — das eigene Haus (Open Source), der Hersteller (Suite aus der Cloud) oder ein Dienstleister, der zusätzlich die Tickets bearbeitet.
  • Open-Source-Ticketsysteme wie GLPI, OTOBO und osTicket kosten keine Lizenzgebühr. Die Rechnung entsteht beim Betrieb: Ein selbst gehostetes Ticketsystem ist eine Webanwendung im Internet und braucht dieselbe Patch- und Backup-Routine wie ein Fileserver.
  • Die Listenpreise der kommerziellen Systeme lagen am 7. August 2026 zwischen 7 € (Zammad Starter, jährliche Zahlung) und 120 € (TOPdesk Excellent) pro Bearbeiter und Monat — abgerechnet wird fast immer pro bearbeitender Person, nicht pro Mitarbeitendem im Unternehmen.
  • Für die interne IT ist genau diese Abrechnungseinheit der wichtigste Kostenhebel: Zwei eigene Agenten sind in jeder Suite bezahlbar, teuer wird es erst, wenn der externe Dienstleister im selben System mitarbeiten soll.
  • Ein Ticketsystem ordnet Arbeit, es erledigt sie nicht. Wer keine eigene IT-Vollzeitstelle hat, bekommt bei kjello Portal, Ticketsystem und Bearbeitung zusammen für 29 € pro Mitarbeitendem und Monat.

Die interne IT bekommt ihre Anfragen über vier Kanäle gleichzeitig: Zuruf im Flur, Teams-Nachricht, E-Mail und Anruf auf dem Handy. Solange eine Person alles im Kopf behält, geht das gut. Der Auslöser für die Suche nach einem Ticketsystem ist deshalb selten ein Wachstumssprung, sondern ein einzelner vergessener Vorgang mit Folgen — die Bestellung, die nie rausging, der neue Kollege ohne Laptop.

Danach beginnt eine Recherche, die schnell schiefläuft: Vergleichslisten werfen Werkzeuge für den Kundenservice und für die interne IT in dieselbe Tabelle. Dieser Beitrag sortiert nur die zweite Gruppe.

Helpdesk-Software im Vergleich: die Trennlinie verläuft beim Betrieb

Ein Ticketsystem für die interne IT ist eine Anwendung, die Anfragen der eigenen Belegschaft erfasst, sie einer zuständigen Person zuordnet und den Bearbeitungsstand nachvollziehbar dokumentiert. Der Unterschied zum Kundenservice-Helpdesk ist kein technischer: Anfragende und Bearbeitende gehören zur selben Organisation — es gibt keine Vertragsbeziehung dazwischen und damit keinen Grund für Multi-Brand-Portale. Wo Helpdesk, Servicedesk und Ticketsystem auseinandergehen, steht in Was ist ein Helpdesk.

Funktional haben Open Source und kommerzielle Suiten längst aufgeholt: E-Mail-Eingang, Portal, Wissensdatenbank, Automatisierung und Auswertungen gibt es in beiden Lagern. Die belastbare Trennlinie ist eine andere — wer den Betrieb verantwortet. Daraus ergeben sich drei Modelle: selbst gehostet, aus der Hersteller-Cloud bezogen, oder als Service eingekauft, bei dem jemand anderes auch die Tickets bearbeitet.

Die Kriterien, nach denen hier sortiert wird

Diese Auswahl ist auf Unternehmen mit 20 bis 250 Mitarbeitenden und ein bis drei Personen in der IT eingestellt. Fünf Punkte entscheiden in dieser Größe fast immer:

  • Betriebslast. Wie viele Stunden im Monat kostet das System, wenn niemand ein Projekt daraus macht — Updates, Backup-Kontrolle, Zertifikate.
  • Abrechnungseinheit. Fast alle Hersteller rechnen pro Bearbeiter ab. Günstig für zwei eigene Leute, teuer, sobald der externe Dienstleister im selben System arbeiten soll.
  • Kopplung an das Inventar. Ein Ticket ohne Gerätebezug erzeugt Rückfragen. Systeme mit eigener Asset-Verwaltung sparen diesen Schritt.
  • Prozesstiefe. Servicekatalog, Genehmigungswege, Change- und Problemmanagement braucht nicht jedes Haus — wer sie später braucht, migriert sonst zweimal.
  • Rechtsgrundlage. Bei Cloud-Diensten ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, beim Selbstbetrieb die volle Verantwortung für die Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO.

Open Source: GLPI, OTOBO und osTicket

GLPI ist in der internen IT vor allem deshalb verbreitet, weil es Ticketsystem und Asset-Inventar in einer Datenbank führt: Ein Ticket hängt am Gerät, das Gerät an der Person. Hinter dem Projekt steht das französische Unternehmen Teclib’. Neben der freien Fassung gibt es kommerzielle Verträge — die Public Cloud kostet laut Anbieter 19 € pro Nutzer und Monat (netto), die Support-Subscription für den Selbstbetrieb beginnt bei 100 € im Monat für bis zu zehn Agenten und 500 Assets (Stand 7. August 2026). Wer sein IT-Asset-Management ohnehin aufbauen muss, bekommt beides in einem Werkzeug.

OTOBO stammt von der deutschen Rother OSS GmbH und steht in der Tradition der klassischen OTRS-Systeme. Der Hersteller beschreibt die Plattform als zu 100 Prozent Open Source und lizenzkostenfrei; die On-Premise-Fassung lässt sich ohne Vertrag herunterladen, Managed Services aus deutschem Rechenzentrum gibt es zusätzlich. Stark ist OTOBO, wo Workflows und Genehmigungsketten abgebildet werden müssen — das ist zugleich die Hürde: Die Einrichtung ist kein Nachmittagsprojekt.

osTicket ist der Gegenentwurf: ein schlankes Ticketsystem von Enhancesoft, selbst gehostet kostenfrei, in wenigen Stunden aufgesetzt. Ohne Asset-Verwaltung, ohne ITIL-Prozesse — und genau deshalb für ein kleines Team, das nur den E-Mail-Wildwuchs bändigen will, oft die ehrlichste Wahl.

Achtung:

Ein selbst gehostetes Ticketsystem ist eine Webanwendung, die aus dem Netz erreichbar sein muss und Klartextdaten von Mitarbeitenden enthält. Das BSI schreibt zu Webanwendungen, sie seien „ein attraktives Ziel für Cyber-Kriminelle", und nennt als besonders wichtige Gegenmaßnahme „ein ausreichendes Schwachstellen- bzw. Patchmanagement". Wer selbst hostet, übernimmt diese Pflicht — inklusive der eingesetzten Komponenten.

Wie eine belastbare Update-Routine aussieht, wenn sie nicht am Kalender einer einzelnen Person hängt, beschreibt der Beitrag zum Patch-Management im Mittelstand.

Die kommerziellen Systeme: Zammad, Freshservice, Jira Service Management, TOPdesk

Zammad liegt zwischen den Lagern: quelloffen, aus Deutschland, wahlweise selbst betrieben oder als Cloud-Dienst gekauft. Der Anbieter nennt Rechenzentren in Deutschland und eine ISO-27001-Zertifizierung. Die Cloud-Tarife beginnen bei 7 € pro Agent und Monat bei jährlicher Zahlung (maximal fünf Agenten), Professional liegt bei 16 €, Plus bei 25 € ohne Agentengrenze. Wer Zammad selbst betreibt, zahlt keine Lizenz — der Hersteller verkauft für diesen Fall optionale Support-Subscriptions mit garantierten Reaktionszeiten ab 2.999 € im Jahr, während Updates, Backups und Verfügbarkeit im eigenen Haus bleiben (Stand 7. August 2026). Was Zammad nicht ist: ein vollständiges ITSM mit Servicekatalog und Change-Prozessen.

Freshservice ist das Gegenteil — eine ITSM-Suite, deren Prozesstiefe mit dem Tarif wächst. Starter kostet 15 € pro Agent und Monat bei jährlicher Zahlung, Servicekatalog und SLA-Management gibt es ab Growth für 40 €, Problem-, Änderungs- und Release-Management ab Pro für 84 € (Stand 7. August 2026). Die Grundbegriffe dazu stehen im Eintrag zum Service Level Agreement.

Jira Service Management ist im Free-Tarif laut Atlassian unbefristet für drei Agenten kostenlos — für ein kleines internes Team ein ernsthafter Einstieg, keine Testphase. Der eigentliche Grund für diese Wahl ist aber die Nähe zur Entwicklung: Wenn aus einem Ticket ein Bug werden soll, spart das echte Übergaben. Für ein reines Anwender-Helpdesk ist die Plattform überdimensioniert.

TOPdesk ist die Suite für Häuser, in denen nicht nur die IT Anfragen bekommt, sondern auch Facility Management und Personalabteilung. Die Preise liegen höher: 61 € pro Bearbeiter und Monat im Tarif Essential, 86 € bei Engaged, 120 € bei Excellent (Stand 7. August 2026); der Anbieter wirbt mit deutschsprachigem Support und Daten-Hosting in Deutschland. Für eine reine IT-Warteschlange zu viel Werkzeug — für ein abteilungsübergreifendes Servicedesk oft genau richtig.

Die Übersicht

Alle Beträge sind Listenpreise der Hersteller, netto, nachgesehen auf deren eigenen Preisseiten am 7. August 2026 — nicht in Vergleichsportalen.

SystemBetriebPreis (Stand 07.08.2026)Stärke
GLPIselbst oder CloudLizenz 0 €; Cloud ab 19 €/Nutzer/Monat, Subscription ab 100 €/MonatTicket und Geräte-Inventar in einem System
OTOBOselbst, Managed möglichlizenzkostenfreiWorkflows und Genehmigungsketten
osTicketselbstlizenzkostenfreischlank, in Stunden aufgesetzt
ZammadCloud oder selbstCloud ab 7 €/Agent/Monat; selbst gehostet lizenzkostenfrei, Support-Subscription ab 2.999 €/Jahrdeutscher Anbieter, deutsche Rechenzentren
FreshserviceCloud15 € Starter · 40 € Growth · 84 € Pro je Agent/MonatITSM mit Servicekatalog und SLA-Management
Jira Service ManagementCloudFree-Tarif unbefristet für 3 AgentenAnbindung an Entwicklung und Projekte
TOPdeskCloud61 € · 86 € · 120 € je Bearbeiter/MonatServicedesk über mehrere Abteilungen
kjelloals Service29 €/Mitarbeitendem/MonatPortal, Ticketsystem und Bearbeitung

Die letzte Zeile ist keine gleichwertige Alternative: Wer eine Lizenz fürs eigene Team sucht, ist darüber richtig. Die Preisübersicht steht unter kjello-Preise.

Was der Selbstbetrieb wirklich kostet

Die Lizenzersparnis ist echt, nur selten der größte Posten. Ein Beispiel: 60 Mitarbeitende, zwei Personen in der IT. Eine Suite für zwei Bearbeiter kostet je nach Anbieter zwischen 14 und 240 € im Monat. Dagegen steht beim Selbstbetrieb die Zeit für Updates, geprüfte Backups, Zertifikatswechsel und die Kontrolle auf bekannte Schwachstellen.

0 €
Lizenz bei GLPI, OTOBO, osTicket
7–120 €
pro Bearbeiter/Monat bei den Suiten
29 €
pro Mitarbeitendem/Monat inkl. Bearbeitung

Rechnen Sie diese Stunden mit dem Satz, den Sie extern zahlen würden — der Stundensatz von IT-Dienstleistern ist ein brauchbarer Maßstab. In den Rechnungen, die wir sehen, ist der Lizenzvorteil nach wenigen Stunden im Monat aufgebraucht. Das ist kein Argument gegen Open Source, sondern gegen die Annahme, „kostenlos” hieße „kostenfrei”.

Der zweite Posten heißt Ausfallrisiko: Das System kennt genau eine Person. Fährt sie in Urlaub oder kündigt sie, steht ein ungepatchter Server mit personenbezogenen Daten im Netz.

Kurz gesagt: Open Source spart die Lizenz, nicht die Betriebsverantwortung. Der Vergleich wird erst ehrlich, wenn die eigenen Stunden mit in der Tabelle stehen.

Wenn nicht das Werkzeug fehlt, sondern die Hände

kjello ist die IT-Abteilung als Service für den Mittelstand — ein Self-Service-Portal für On-/Offboarding, Geräte-Management und IT-Support, betrieben vom Hamburger Systemhaus hagel IT (seit 2004). Für die Ticketsystem-Frage heißt das: kein zweites Produkt zu lizenzieren, kein Server zu betreiben. Portal, Ticketübersicht und Wissensdatenbank sind da, die Bearbeitung ebenfalls.

Ticketübersicht im kjello-Portal mit Status, Zuständigkeit und letzter Aktivität je Anfrage
Mitarbeitende und Geschäftsführung sehen denselben Stand: welche Anfrage offen ist, wer daran arbeitet und wann zuletzt etwas passiert ist.

Die Anfragen laufen in vier Stufen: eine KI-gestützte Sofortantwort auf Standardfragen, danach das Self-Service-Portal mit Wissensdatenbank, dann Runbook-gestützte Bearbeitung im First Level, zuletzt das Systemhaus für alles, was echte Hände braucht. Die durchschnittliche Erstreaktion liegt bei vier Minuten.

Zur Ehrlichkeit gehört die Grenze: Der Zuschnitt passt für 20 bis 250 Mitarbeitende. Ein Konzern mit eigener IT-Abteilung braucht Lizenzen für sein Team, keinen zweiten Support — dort sind Freshservice oder TOPdesk die bessere Wahl. Für reine Cloud-only-Startups gilt dasselbe.

Unser Zuschnitt sind Unternehmen mit 20 bis 250 Mitarbeitenden. Groß genug, dass IT richtig laufen muss. Klein genug, dass ein persönlicher Ansprechpartner noch möglich ist.

Jens HagelGründer & Geschäftsführer

Der Einwand, der jede Auswahl begleitet

„Das setzen wir selbst auf” ist ein berechtigter Satz — solange die Person, die es aufsetzt, in zwei Jahren noch da ist und Zeit für die Pflege hat. Genau dort kippen die meisten Projekte: nicht bei der Einführung, sondern im dritten Jahr, wenn niemand mehr weiß, wie das Backup der Ticket-Datenbank läuft. Woran Sie den Punkt erkennen, an dem Support nach außen gehört, steht in Helpdesk auslagern.

Unser Dienstleister war eine One-Man-Show. Solange er Zeit hatte, lief alles. Irgendwann hatte er keine Zeit mehr, und wir standen allein da.

Geschäftsführer · Internationale Spedition · 15 Mitarbeitende

Dieselbe Abhängigkeit entsteht intern, nur fällt sie später auf. Ein Ticketsystem macht sichtbar, wie viel offen ist — ob es weniger wird, entscheidet die Zahl der Menschen, die antworten. Zum Gegenrechnen hilft der IT-Kosten-Rechner.

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In sechs Schritten zur Entscheidung

Die Reihenfolge ist wichtiger als die Gründlichkeit. Wer mit Funktionslisten anfängt, vergleicht Systeme, die für das eigene Haus nie infrage kamen, und übersieht die zwei Fragen, an denen die Entscheidung tatsächlich hängt: Wer betreibt das System, und wer beantwortet die Tickets.

  1. Zwei Wochen mitschreiben. Jede Anfrage mit Kanal, Thema und Dauer notieren. Ohne diese Liste ist jeder Vergleich Bauchgefühl.
  2. Betriebsmodell zuerst festlegen. Selbst hosten, Cloud kaufen oder als Service beziehen — das schließt zwei Drittel des Marktes aus, bevor Sie eine Funktionsliste öffnen.
  3. Pflegezeit budgetieren. Bei Selbstbetrieb feste Stunden im Monat einplanen und eine namentliche Vertretung benennen.
  4. Rechtsgrundlage klären. AVV, Speicherort und Löschfristen prüfen, bevor die erste Testinstanz läuft.
  5. Zwei Kandidaten testen, nicht fünf. Eine Woche echter Betrieb sagt mehr als eine Funktionsmatrix mit 80 Zeilen.
  6. Kapazität ehrlich prüfen. Bleiben Tickets liegen, fehlt keine Software, sondern eine zweite Schulter — dann führt der Weg zum ausgelagerten IT-Helpdesk.

Fazit

Ein Helpdesk-Software-Vergleich für die interne IT lässt sich auf drei Sätze eindampfen. Open Source — GLPI, OTOBO, osTicket — passt, wenn Serverbetrieb im Haus ist und Zeit günstiger als Geld. Eine Suite — Zammad, Freshservice, Jira Service Management, TOPdesk — passt, wenn Prozesstiefe oder die Datenschutzprüfung führen und der Betrieb beim Hersteller liegen soll. Und ein Service wie kjello passt, wenn nicht das Werkzeug fehlt, sondern die Person, die damit arbeitet.

TicketsystemHelpdeskIT-SupportMittelstand

Geschrieben von

Jens Hagel

Gründer & Geschäftsführer

Jens Hagel gründete 2004 das Systemhaus hinter kjello und betreut mit seinem Team über 150 mittelständische Unternehmen. Er schreibt über das, was er in echten Firmen erlebt – praxisnah, ehrlich und ohne Fachchinesisch.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Open-Source-Ticketsystem und einer Helpdesk-Suite?
Der Unterschied liegt nicht in den Funktionen, sondern in der Verantwortung für den Betrieb. Ein Open-Source-System wie GLPI, OTOBO oder osTicket wird ohne Lizenzgebühr heruntergeladen und auf eigener oder gemieteter Infrastruktur betrieben — Updates, Backups, Zertifikate und Härtung bleiben im Haus. Eine Suite aus der Cloud wird pro Bearbeiter und Monat bezahlt, der Hersteller übernimmt Betrieb und Aktualisierung. Funktional haben beide Lager längst aufgeholt; die Entscheidung ist eine Betriebs- und keine Feature-Frage.
Welche Open-Source-Ticketsysteme gibt es für die interne IT?
Die drei am weitesten verbreiteten sind GLPI (verbindet Ticketsystem und Asset-Inventar, entwickelt von Teclib'), OTOBO (Service-Management-Plattform der Rother OSS GmbH, laut Hersteller zu 100 Prozent Open Source und lizenzkostenfrei) und osTicket (schlankes Ticketsystem von Enhancesoft, selbst gehostet kostenfrei). Dazu kommt Zammad, das quelloffen ist und wahlweise selbst betrieben oder als Cloud-Dienst gekauft werden kann.
Was kostet Helpdesk-Software im Vergleich?
Am 7. August 2026 reichten die Listenpreise der Anbieter von 7 € pro Agent und Monat (Zammad Starter, jährliche Zahlung, maximal fünf Agenten) über 15 € (Freshservice Starter) und 19 € pro Nutzer und Monat (GLPI Public Cloud) bis zu 61 bis 120 € pro Bearbeiter und Monat bei TOPdesk. Jira Service Management ist im Free-Tarif unbefristet kostenlos für drei Agenten. Open-Source-Systeme im Selbstbetrieb kosten keine Lizenz, dafür Arbeitszeit.
Lohnt sich ein selbst gehostetes Ticketsystem?
Es lohnt sich, wenn im Haus jemand Serverbetrieb beherrscht und diese Aufgabe dauerhaft im Kalender steht — nicht nur beim Aufsetzen. Zu rechnen ist mit regelmäßigen Updates, geprüften Backups, Zertifikatswechseln und der Kontrolle auf bekannte Schwachstellen. Fällt diese eine Person aus oder verlässt das Unternehmen, wird aus dem gesparten Lizenzbetrag schnell ein ungepatchter Server mit personenbezogenen Daten.
Welches Ticketsystem erfüllt die Anforderungen der DSGVO?
Grundsätzlich jedes, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Bei einem Cloud-Dienst braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO und einen bekannten, vertraglich zugesicherten Speicherort. Beim Selbstbetrieb entfällt der Vertrag, dafür liegt die Pflicht zu geeigneten technischen und organisatorischen Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO vollständig im eigenen Haus. Tickets enthalten regelmäßig Namen, Gerätezuordnungen und Vertretungsregelungen — der Punkt gehört an den Anfang der Auswahl.
Welches Ticketsystem passt für ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitenden?
Bei 50 Mitarbeitenden bearbeiten typischerweise ein bis zwei Personen die Anfragen. Dafür reicht ein schlankes System: Zammad oder Freshservice im Einstiegstarif, GLPI wenn zusätzlich das Geräte-Inventar geführt werden soll, oder der kostenlose Jira-Tarif, wenn Atlassian ohnehin im Haus ist. Die häufigere Engstelle in dieser Größe ist allerdings nicht die Software, sondern die Erreichbarkeit bei Urlaub und Krankheit.

Support, der nicht nur Tickets sortiert

Ein Ticketsystem zeigt, was offen ist. Bei kjello bearbeitet es jemand — im selben Portal, zum festen Preis pro Arbeitsplatz.