Microsoft 365 im September 2026: Fristen und Umstellungen
Microsoft 365 im September 2026: Project Online endet am 30., der Postfach-Rollout auf 100 GB läuft aus und Hotpatching braucht außerplanmäßige Neustarts.
- Am 30. September 2026 wird Microsoft Project Online endgültig abgeschaltet; PWA-Sites lassen sich danach nicht mehr öffnen. Microsoft verweist auf Project for the Web und Planner als Nachfolger.
- Das reboot-freie Hotpatching pausiert Microsoft im September und Oktober 2026, weil die Sicherheitsupdates dieser beiden Monate Änderungen an Kernkomponenten enthalten. Windows 11 und Windows Server mit Hotpatch brauchen in dieser Zeit außerplanmäßige Neustarts.
- Der Rollout des vergrößerten Postfachs auf 100 GB für Microsoft 365 Business Basic, Standard und Premium wird laut Microsoft bis Ende September 2026 abgeschlossen sein; Aufbewahrungsrichtlinien und Archiv-Regeln sollten dann neu bewertet werden.
- Exchange Web Services beginnt Microsoft am 1. Oktober 2026 global zu deaktivieren; der September ist die letzte volle Frist, um Drucker, Backup-Werkzeuge, CRM- und ERP-Anbindungen umzustellen.
- Windows 11 in der Version 24H2 (Home und Pro) verliert am 14. Oktober 2026 den Support; Enterprise und Education haben ein Jahr länger Zeit.
Der September ist der Monat, in dem der Herbst-Kalender bei Microsoft dicht wird. Die eine große Abschaltung im Zielmonat trifft alle, die Projekte über Project Online führen, das Sicherheitsupdate erzwingt bei Hotpatch-Systemen einen Neustart, den es dort eigentlich nicht mehr geben sollte, und die vergrößerten Exchange-Postfächer landen bei den Letzten im Rollout. Dazu läuft im September der Countdown auf zwei Stichtage direkt danach: EWS am 1. Oktober und Windows 11 24H2 am 14. Oktober. Dieser Report sortiert, was Sie im September wirklich anpacken müssen und wo Sie noch bis in den Herbst hinein Puffer haben.
Alle Microsoft-365-Änderungen im September 2026 auf einen Blick
| Änderung | Ab wann | Handlungsbedarf |
|---|---|---|
| Project Online endgültig abgeschaltet | 30. September 2026 | Handeln – Daten exportieren, Nachfolger festlegen |
| Hotpatch-Systeme brauchen Neustart | September- und Oktober-Patchday | Handeln – Wartungsfenster einplanen, Nutzer informieren |
| Exchange-Postfach wächst auf 100 GB | Rollout bis Ende September | Prüfen – Aufbewahrungs- und Archivregeln nachziehen |
| EWS-Abschaltung beginnt weltweit | 1. Oktober 2026 | Handeln – letzte Frist für Drucker, Backups, CRM-Anbindungen |
| Windows 11 24H2 Home und Pro laufen aus | 14. Oktober 2026 | Handeln – bis Anfang Oktober auf 25H2 oder 26H1 heben |
Project Online endet am 30. September – Umzug muss jetzt fertig sein
Microsoft schaltet Project Online am 30. September 2026 endgültig ab. Angekündigt hatte Microsoft die Abschaltung im Planner-Blog von Microsoft: „After more than a decade of supporting project managers and teams around the world, Project Online will officially retire on September 30, 2026.” Nach diesem Datum lassen sich Project Web App (PWA) Sites nicht mehr öffnen; wer bis dahin keine Kopie der Vorgänge, Zeitpläne und Ressourcen gezogen hat, kommt an die Daten nicht mehr heran.
Der Umzug ist dabei nicht trivial. Microsoft empfiehlt Project for the Web beziehungsweise die neue Planner-Erfahrung als Nachfolger für einfache und mittlere Anwendungsfälle. Wer komplexe Portfolios, Ressourcenplanung über mehrere Projekte hinweg oder Custom-Fields aus Project Online nutzt, findet in Project for the Web nicht denselben Funktionsumfang – hier lohnt sich der Vergleich mit Drittanbietern oder mit Project Server als On-Prem-Variante. Der September ist die letzte planbare Frist, um diese Entscheidung zu treffen und die Daten sauber zu übertragen.
Die Abschaltung ist definitiv, es gibt keinen automatischen Umzug. Wer PWA-Sites in kleineren Fachabteilungen nutzt, ohne dass die IT davon weiß, hat am 1. Oktober plötzlich Datenverlust. Ein kurzes Rundschreiben an die Fachbereiche mit Stichwort „Project Online" bringt diese Nutzungen ans Licht.
Windows-Hotpatching: Im September und Oktober kommt der Neustart zurück
Hotpatching ist eigentlich der Grund, warum Windows 11 und Windows Server 2022/2025 die meisten Sicherheitsupdates ohne Neustart einspielen können. Im September und Oktober 2026 gilt das nicht. Microsoft pausiert das reboot-freie Hotpatching für zwei aufeinanderfolgende Patch-Zyklen; die Analyse bei BornCity zitiert die Microsoft-Ankündigung wörtlich: Die September-Aktualisierung enthält Änderungen an Kernkomponenten, die sich nicht im laufenden Betrieb anwenden lassen, und für Oktober steht ohnehin ein Baseline-Update mit Neustartpflicht an.
Betroffen sind Geräte mit Windows Autopatch, Windows 11 Hotpatch und Windows Server Hotpatch. Die Systeme bleiben im Hotpatch-Programm registriert; die Ausnahme dauert nur diese beiden Zyklen, im November setzt der reguläre Hotpatch-Rhythmus wieder ein. Für IT-Teams heißt das: Zwei außerplanmäßige Wartungsfenster einplanen, Nutzer vorwarnen, dass ihre Rechner nach dem Patchday neu starten, und Serverdienste in ein bekanntes Neustart-Verhalten überführen. Wer Hotpatching eingeführt hat, um genau dieses Rauschen loszuwerden, wird jetzt daran erinnert, dass der Neustart nicht abgeschafft, sondern verschoben ist.
Exchange-Postfächer wachsen auf 100 GB – der Rollout läuft aus
Microsoft verdoppelt die Postfachgröße für Microsoft 365 Business Basic, Business Standard und Business Premium von 50 auf 100 GB. Der gestaffelte Rollout begann laut der BornCity-Zusammenfassung im Juni 2026 und soll bis Ende September 2026 in allen betroffenen Tenants abgeschlossen sein. Umgesetzt hat Microsoft die Erweiterung durch einen zweiten Service-Plan, der der Business-Lizenz zugewiesen wird – tauchen bei einzelnen Nutzern nach dem Rollout weiterhin nur 50 GB auf, fehlt ihnen dieser Serviceplan.
Für die meisten Betriebe ist der neue Platz eine willkommene Reserve, aber er ändert zwei Dinge im Alltag. Erstens werden interne Aufbewahrungsregeln durch die neue Obergrenze oft irrelevant – wer bisher mit einer 50-GB-Warnung gearbeitet hat, sollte die Schwelle prüfen. Zweitens wächst mit dem Postfach auch das Backup-Volumen und die Zeit für Wiederherstellung; wer Microsoft-365-Postfächer über eine externe Lösung sichert, sollte im September einen Blick auf das Datenvolumen werfen. Warum eine externe Sicherung überhaupt nötig ist, erklärt der Beitrag Microsoft 365 Backup: Warum Microsoft nicht sichert.
Exchange Web Services: Der Oktober ist da – jetzt die letzte Chance
Am 1. Oktober 2026 beginnt Microsoft, Exchange Web Services in Exchange Online weltweit zu deaktivieren. Der September ist damit die letzte volle Frist. Die maßgebliche Zeitleiste steht auf Microsoft Learn: „October 2026: EWS starts to be disabled globally for all organizations. April 2027: EWS is fully disabled.” Der Puffer bis April ist kein zweiter Termin, sondern eine Ausnahme für einzelne Anwendungen – die Regel ist die Abschaltung im Oktober.
Betroffen sind nicht Outlook, Teams oder die Menschen im Betrieb, sondern die Geräte und Programme am Rand: Multifunktionsdrucker, die Scans per Mail versenden, Postfach-Backup-Werkzeuge, Signatur-Verwaltung, Raumbuchung, ältere CRM- und ERP-Anbindungen. Welche davon in Ihrem Tenant noch EWS ansprechen, zeigt der EWS-Nutzungsbericht im Microsoft 365 Admin Center. Der ausführliche Ablauf steht im Report vom Vormonat: Microsoft 365 im August 2026. Wer das im August liegen gelassen hat, hat jetzt drei bis vier Wochen, um Umstellungen zu koordinieren.
- EWS-Nutzungsbericht ziehen. Microsoft 365 Admin Center › Berichte › Nutzung › Exchange. Der Bericht listet je Anwendung die EWS-Aufrufe der letzten 7, 30 oder 90 Tage.
- Kritische Geräte identifizieren. Multifunktionsdrucker, Backup, Signatur-Tools, Raumbuchung, Fachanwendungen – jedes mit dem Hersteller zur EWS-Nachfolge klären.
- Umstellungsfenster im September blockieren. Firmware-Updates bei Druckern, OAuth-Konfiguration bei Backups, API-Umstellung bei Fachsoftware – lieber gestaffelt in ein Wochenende als am 1. Oktober auf Zuruf.
- Notfall-Kontaktliste für den 1. Oktober. Wer meldet sich, wenn nach dem Wochenende der Scanner-Versand nicht mehr geht? Die Antwort steht besser vorher fest.
Windows 11 24H2 Home und Pro: Support-Ende am 14. Oktober
Für Windows 11 in der Version 24H2 endet die Wartung bei Home und Pro am 14. Oktober 2026. Das steht in der Microsoft-Lifecycle-Seite für Windows 11 Home und Pro. Enterprise und Education werden bis zum 12. Oktober 2027 weiterversorgt – ein Jahr länger, wie bei den vorigen Versionen auch.
Der September ist das planbare Fenster für den Umstieg. Verfügbar sind Version 25H2 (unterstützt bis 13. Oktober 2027) und die Anfang 2026 erschienene Version 26H1 (unterstützt bis 15. März 2028). Beide setzen dieselbe Hardware voraus wie 24H2; ein Feature-Update über den regulären Update-Kanal genügt. Wer den Wechsel zentral über die Geräteverwaltung steuert, kann die Rechner in Gruppen updaten und Problemfälle sauber isolieren. Wer noch keine zentrale Steuerung hat, führt jetzt schon die Anzahl der 24H2-Rechner mit; im Oktober ist es zu spät für eine geordnete Reihenfolge.
Enterprise-Editionen von Windows 11 24H2 laufen bis Oktober 2027 weiter – dieser Zusatzmonat ist Absicht, kein Zufall. Prüfen Sie im September, ob die betroffenen Geräte tatsächlich mit Home oder Pro laufen; in gewachsenen Betrieben stehen oft beide Editionen nebeneinander im selben Netz.
Fristen, die jetzt schon im Kalender stehen sollten
Neben den Änderungen im Zielmonat lohnt sich ein Blick auf das, was in den nächsten Monaten fällig wird. Wer Wartungsfenster und Ausschreibungen für den Herbst plant, hat die folgenden Stichtage besser gestern eingetragen als heute:
| Datum | Was passiert | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| 1. Oktober 2026 | Exchange Web Services wird global deaktiviert | Migration abschließen, Backup-Wege prüfen |
| 14. Oktober 2026 | Windows 11 24H2 Home/Pro und Office 2021 laufen aus | Auf 25H2/26H1 bzw. Microsoft 365 Apps heben |
| 16. Oktober 2026 | Standalone Whiteboard-Apps für Windows, iOS, Android | Auf OneDrive-gestützte Whiteboards umstellen |
| 7. November 2026 | Entra ID SSPR akzeptiert nur noch registrierte Methoden | Registrierungskampagne bis dahin abschließen |
| 31. Dezember 2026 | Ende der Basic Authentication für SMTP AUTH | Drucker und Fachanwendungen auf OAuth oder Relay |
| 31. Dezember 2026 | Office Online Server (On-Prem) End of Support | Migration nach Office für das Web planen |
| April 2027 | EWS vollständig abgeschaltet | Ausnahmen (bis dahin geduldet) beenden |
Zwei Termine verdienen einen zweiten Blick. Die Whiteboard-Retirement-Seite von Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass Whiteboard selbst nicht abgeschaltet wird – wegfallen die eigenständigen Apps. Für Geschäftskonten bleibt Whiteboard im Browser, in Teams und über OneDrive verfügbar; die Boards liegen ab dem 16. Oktober ausschließlich in OneDrive.
Die SSPR-Änderung ist die zweite. Ab dem 7. November 2026 akzeptiert Microsoft für den Self-Service-Password-Reset in Entra ID ausschließlich Methoden, die die Nutzer selbst oder ein Administrator explizit registriert haben – Telefonnummern und E-Mail-Adressen aus dem Verzeichnisattribut zählen dann nicht mehr. Wer bis dahin keine Multi-Faktor-Authentifizierung flächendeckend registriert hat, sperrt Nutzer beim Passwort-Reset aus. Ein Blick auf Passkeys als moderne Alternative gehört in dieselbe Planung.
Was das für kleine IT-Teams bedeutet
Der September zeigt gut, warum Microsoft-365-Änderungen im Mittelstand härter treffen als in Konzernen. Ein Betrieb mit 40 Arbeitsplätzen hat selten jemanden, der das Message Center liest, dessen Ankündigungen für den eigenen Tenant übersetzt und die Umstellung in Ruhe koordiniert. In der Regel bemerkt man Änderungen, wenn ein Scanner keine Mails mehr verschickt oder der Chef fragt, warum sein Projektplan nicht mehr aufgeht. Genau dort kostet Nachlässigkeit am meisten, weil neben dem eigentlichen Problem auch die Suche nach der Ursache Zeit frisst.
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Gespräch vereinbarenFazit: der Herbst der Fristen
Der September 2026 ist einer der dichtesten Monate des Jahres im Microsoft-365-Kalender. Project Online geht am 30. September vom Netz, das Hotpatching pausiert für zwei Zyklen, die vergrößerten Postfächer erreichen die letzten Tenants – und dahinter stapeln sich EWS, Windows 11 24H2 und die SSPR-Umstellung. Der beste Zeitpunkt für die Migrationen war der August; der nächstbeste ist dieser September. Wer die Ampeltabelle oben abarbeitet, geht ohne offene Fronten in den Oktober.
Geschrieben von
kjello-Redaktion
IT-Praxiswissen für den Mittelstand
Hinter kjello steht ein erfahrenes Team aus IT-Profis, das mittelständische Unternehmen im Tagesgeschäft betreut. Wir schreiben über das, was wir in echten Firmen erleben — praxisnah, verständlich und ohne Fachchinesisch.
Häufige Fragen
Was ändert sich bei Microsoft 365 im September 2026?
Wann wird Microsoft Project Online abgeschaltet?
Warum brauchen Hotpatch-Systeme im September einen Neustart?
Bekommen wir automatisch mehr Postfach-Speicher?
Was passiert am 1. Oktober 2026 mit Exchange Web Services?
Läuft Windows 11 24H2 wirklich schon im Oktober aus?
Microsoft 365 betreuen lassen statt Fristen jagen
kjello behält Support-Enden, Rollouts und Sicherheitsdefaults für Sie im Blick und zieht die Umstellungen in Ihrer Umgebung nach, bevor jemand im Betrieb merkt, dass etwas nicht mehr geht.