Microsoft 365 im August 2026: Diese Fristen zählen jetzt
Microsoft-365-Änderungen im August 2026: EWS wird im Oktober abgeschaltet, SMTP AUTH folgt Ende Dezember – welche Fristen Sie jetzt einplanen müssen.
- Microsoft deaktiviert Exchange Web Services (EWS) im Oktober 2026 weltweit für alle Organisationen in Exchange Online; im April 2027 ist die Schnittstelle vollständig abgeschaltet. Nachfolger ist Microsoft Graph.
- Betroffen sind nicht Outlook und nicht die Mitarbeitenden, sondern Multifunktionsgeräte mit Scan-to-Mail, Branchensoftware, Raumbuchungssysteme und Postfach-Backups. Welche davon EWS noch ansprechen, zeigt der EWS-Nutzungsbericht im Microsoft 365 Admin Center; seine Daten werden wöchentlich aggregiert und lassen sich über 7, 30 oder 90 Tage filtern.
- Die Basic-Authentifizierung für SMTP AUTH schaltet Microsoft nach dem aktualisierten Zeitplan Ende Dezember 2026 in bestehenden Tenants standardmäßig ab – es trifft überwiegend dieselben Geräte wie die EWS-Abschaltung.
- Am 13. Oktober 2026 laufen Office 2021, Windows 11 Home und Pro in Version 24H2 sowie der Mainstream-Support von Windows Server 2022 an einem einzigen Tag aus.
- Seit Juli 2026 erhält der halbjährliche Enterprise-Kanal monatliche Funktions- und Sicherheitsupdates auf derselben Basis wie der monatliche Enterprise-Kanal. Damit gilt dessen Supportdauer: drei Monate je Version statt bisher acht, dafür drei statt zwei Monate Rollback.
Der August ist der Monat, in dem sich entscheidet, ob der Herbst ruhig wird. Unter den Microsoft-365-Änderungen im August 2026 stehen zwei Abschaltungen in Exchange Online, und beide treffen selten die Menschen, sondern die Geräte und Programme am Rand: den Multifunktionsdrucker, der Scans per Mail verschickt, die Branchensoftware, die Termine ins Postfach schreibt, das Backup-Werkzeug für Postfächer. Dazu läuft eine kostenlose Outlook-Funktion aus, deren Nachfolger eine Lizenz kostet. Dieser Report sortiert, was davon Sie wirklich betrifft und was Sie ignorieren können.
Alle Microsoft-365-Änderungen im August 2026 auf einen Blick
| Änderung | Ab wann | Handlungsbedarf |
|---|---|---|
| Exchange Web Services (EWS) wird abgeschaltet | Oktober 2026 | Handeln – jetzt prüfen, welche Geräte und Programme EWS nutzen |
| SMTP AUTH mit Basic-Authentifizierung | Ende Dezember 2026 | Handeln – Versandwege von Druckern und Fachanwendungen umstellen |
| Meeting Insights in Outlook läuft aus | ab Mitte August 2026 | Prüfen – Nutzer informieren, Copilot-Frage bewusst entscheiden |
| Halbjährlicher Update-Kanal wird monatlich | seit Juli 2026 | Prüfen – betrifft nur Betriebe, die diesen Kanal bewusst gewählt haben |
| Office 2021 und Windows 11 24H2 (Home/Pro) | 13. Oktober 2026 | Handeln – Austausch- oder Upgrade-Plan bis Ende September |
| Copilot-Podcasts der Consumer-App | 18. August 2026 | Nichts tun – betrifft private Konten, nicht Ihren Tenant |
Exchange Web Services: Im Oktober geht das Licht aus
Exchange Web Services ist eine Schnittstelle, über die Programme direkt auf Postfächer, Kalender und Kontakte zugreifen – ohne Outlook, ohne Benutzer. Microsoft hat diese Schnittstelle 2018 für beendet erklärt und schaltet sie jetzt ab. Im Oktober 2026 wird EWS laut Microsofts Zeitplan weltweit für alle Organisationen deaktiviert; im April 2027 ist sie vollständig abgeschaltet. Microsoft nennt also zwei Daten, aber nur einen Stichtag: Planen Sie mit dem Oktober. Der Abstand bis April ist Puffer für Nachzügler, kein zweiter Termin.
Der Grund für das Tempo ist ein Sicherheitsvorfall: Beim Angriff der Gruppe Midnight Blizzard auf Microsoft im Januar 2024 spielte EWS eine Rolle, was die Dringlichkeit der Abkündigung deutlich erhöht hat. Microsoft entfernt die Abhängigkeit seither auch aus den eigenen Produkten – aus Outlook, Office, Teams und Dynamics 365.
Für Sie ist die entscheidende Frage nicht, was EWS ist, sondern wer es in Ihrem Betrieb noch benutzt. Erfahrungsgemäß sind das:
- Multifunktionsgeräte mit Scan-to-Mail, die Dokumente über ein Postfach verschicken
- Branchen-, CRM- und ERP-Software, die Termine, Aufgaben oder Mails synchronisiert
- Raumbuchungs- und Displaysysteme in Besprechungsräumen
- Signatur- und Archivierungswerkzeuge sowie Backup-Lösungen für Postfächer
- selbstgebaute Skripte, die irgendwann einmal jemand eingerichtet hat
Diese Liste entsteht nicht aus dem Gedächtnis, sondern aus einem gepflegten Inventar. Wer sein Geräte-Management zentral führt, hat den größten Teil davon bereits beisammen.
Einen Nachfolger gibt es, und er ist dokumentiert: Microsoft Graph. In der Zuordnungstabelle EWS zu Graph steht für jeden EWS-Aufruf der Graph-Ersatz, von CreateItem bis GetInboxRules. Welche Bereiche Graph noch nicht abdeckt, führt Microsoft in derselben Abkündigung als Paritätslücken auf – darunter der Import und Export ganzer Postfächer und öffentlicher Ordner. Für Sie ist das vor allem ein Argument gegenüber Herstellern: Der Weg ist beschrieben, „geht nicht” ist keine Antwort mehr.
Warum jetzt und nicht im September: Antworten von Herstellern dauern erfahrungsgemäß Wochen, nicht Tage. Wenn Sie ohnehin gerade Ihre IT-Dokumentation auf Stand bringen, ist die Liste der Postfach-Zugriffe ein guter Anlass. In fünf Schritten:
- Bericht ziehen. Der EWS-Nutzungsbericht liegt im Microsoft 365 Admin Center unter Berichte › Nutzung › Exchange und zeigt je Anwendung die aufgerufenen EWS-Aktionen – belastbarer als jede Vermutung. Die Daten werden wöchentlich aggregiert.
- Geräte ergänzen. Was der Bericht nicht kennt, steht im Inventar: Multifunktionsgeräte, Raumdisplays, Kassen, Alarmtechnik.
- Hersteller anschreiben. Eine Mail je Hersteller mit einer Frage: Ab welcher Firmware- oder Programmversion kommt das Produkt ohne EWS aus?
- Ersatzweg festlegen. Wo bis Oktober keine belastbare Antwort kommt, gehört ein Plan B in die Liste: Graph-fähige Programmversion, anderer Versandweg oder Ablösung des Produkts – mit Enddatum deutlich vor April 2027.
- Im November nachkontrollieren. Bericht erneut ziehen. Was dann noch auftaucht, hat jemand vergessen.
SMTP AUTH: Der zweite Stolperstein für Geräte
Fast dieselbe Gerätegruppe trifft eine zweite Umstellung. Beim Versand über SMTP AUTH melden sich Drucker, Kassensysteme oder Warenwirtschaften mit Benutzername und Passwort an Exchange Online an – die sogenannte Basic-Authentifizierung. Microsoft beendet das schrittweise. Nach dem aktualisierten Zeitplan deaktiviert Microsoft die Basic-Authentifizierung für SMTP AUTH Ende Dezember 2026 standardmäßig in allen bestehenden Tenants; Administratoren können sie danach bei Bedarf wieder einschalten. Tenants, die nach Dezember 2026 neu angelegt werden, bekommen die Option gar nicht mehr. Das endgültige Abschaltdatum will Microsoft in der zweiten Jahreshälfte 2027 nennen.
Die Verschiebung ist eine Verschnaufpause, kein Rückzug. Praktisch bedeutet das: Sie haben eine Frist im Dezember – mitten im Jahresabschluss, wenn niemand Zeit für Druckerkonfiguration hat. Der ruhigere Weg ist, die Umstellung im selben Zug mit der EWS-Prüfung zu erledigen, weil es oft dieselben Geräte betrifft.
Ob SMTP AUTH bei Ihnen aktiv ist, lässt sich je Postfach prüfen; Microsoft beschreibt die Einstellung samt PowerShell-Befehl in der Dokumentation zu SMTP AUTH und empfiehlt, das Protokoll organisationsweit zu deaktivieren und nur für einzelne Konten freizugeben. Aus der Basic-Authentifizierung führen drei Wege: OAuth, wenn das Gerät es beherrscht – dann genügt meist ein Firmware-Update. Sonst ein dedizierter Connector in Exchange Online oder ein internes SMTP-Relay, das seinerseits sauber authentifiziert. Welcher Weg passt, entscheidet das Gerät.
Meeting Insights verschwindet – der Ersatz kostet Lizenz
Outlook hat bisher zu einer Besprechung automatisch passende Mails und Dateien eingeblendet: Meeting Insights. Diese Funktion wird abgeschaltet. Der Rollout des Endes beginnt Mitte August 2026 und ist Anfang September abgeschlossen, wie Microsoft im Message Center unter der Kennung MC1430531 angekündigt hat. Als Ersatz nennt Microsoft die Copilot-Funktion „Prepare for this meeting” – die allerdings, wie Office Watch anmerkt, eine kostenpflichtige Microsoft-365-Copilot-Lizenz voraussetzt.
Technisch ist dabei nichts zu tun: Es fällt eine Anzeige weg, kein Datenbestand. Trotzdem ist das der Moment, in dem bei Ihnen Tickets aufschlagen. Denn aus Nutzersicht ist nicht eine Funktion verschwunden, sondern „Outlook ist kaputt”. Ein Zweizeiler im Intranet oder in der Teams-Gruppe kostet fünf Minuten und spart eine Woche Rückfragen.
Die Copilot-Frage sollten Sie davon getrennt entscheiden. Eine Lizenz für alle einzuführen, weil eine Komfortfunktion weggefallen ist, ist die teuerste Antwort auf ein kleines Problem. Wie sich Lizenzkosten in Microsoft 365 sonst entwickelt haben, steht in unserem Beitrag zur Microsoft-365-Preiserhöhung 2026.
Die meisten unserer Neukunden haben Microsoft 365 längst. Genutzt wird davon E-Mail und vielleicht Word. Der Rest liegt brach, obwohl er bezahlt ist.
Erst prüfen, was der gebuchte Plan schon enthält – Teams-Telefonie, Aufbewahrungsrichtlinien, Gerätesteuerung liegen in vielen Betrieben ungenutzt darin. Danach über Copilot reden.
Update-Kanäle: Wer auf Stabilität gesetzt hat, muss umdenken
Microsoft 365 Apps kennt drei Update-Kanäle: den aktuellen, den monatlichen Enterprise-Kanal und den halbjährlichen. Letzterer war jahrelang die Wahl für Betriebe, die neue Funktionen nur zweimal im Jahr sehen wollten – typisch dort, wo eine Branchensoftware eng an Word oder Excel hängt.
Das ist vorbei. Seit Juli 2026 erhält der halbjährliche Enterprise-Kanal monatliche Funktions- und Sicherheitsupdates auf derselben Basis wie der monatliche Kanal, wie Microsoft in der Kanalübersicht festhält. Damit gelten für ihn die Fristen des monatlichen Kanals, und die sind kürzer: Eine Version wird drei Monate unterstützt statt bisher acht. Dafür wächst das Rollback-Fenster von zwei auf drei Monate. Wer nach einem Update ein Problem findet, hat also länger Zeit, auf die Vorversion zurückzugehen.
Wenn Sie nicht wissen, in welchem Kanal Ihre Geräte laufen: In Word unter Datei › Konto › Info steht der Kanalname. Zentral steuern lässt sich das über Gruppenrichtlinien oder Managed Intune. Wie geordnete Update-Zyklen grundsätzlich funktionieren, erklärt unser Wissensbeitrag zum Patch-Management.
Fristen, die jetzt schon im Kalender stehen sollten
Die folgenden Termine stammen aus Microsofts Lifecycle-Übersicht und den oben genannten Ankündigungen:
| Termin | Was endet | Wen es betrifft |
|---|---|---|
| Oktober 2026 | EWS wird für alle Organisationen deaktiviert | Geräte und Software mit direktem Postfachzugriff |
| 13. Oktober 2026 | Office 2021 samt Word, Excel, Outlook, Visio und Project (Retirement) | Betriebe mit gekauften Einzelplatz-Lizenzen |
| 13. Oktober 2026 | Windows 11 Home und Pro, Version 24H2 | alle Geräte, die noch nicht aktualisiert sind |
| 13. Oktober 2026 | Windows Server 2022 wechselt in den erweiterten Support | Betriebe mit eigenem Server im Haus |
| 10. November 2026 | Windows 11 Enterprise und Education, Version 23H2 | verwaltete Geräteflotten |
| Ende Dezember 2026 | SMTP AUTH Basic wird standardmäßig deaktiviert | Drucker, Kassen, Fachanwendungen |
| April 2027 | EWS ist vollständig abgeschaltet | verbliebene Nachzügler |
Der 13. Oktober ist der eigentliche Engpass: Office-Versionen, Windows-Client und Windows Server treffen an einem Tag zusammen. Beim Windows-Client zählt dabei die Edition. Für Home und Pro endet die Wartung von 24H2 laut Microsofts Lifecycle-Seite am 13. Oktober 2026, Enterprise und Education bekommen für 23H2 noch bis zum 10. November Updates. Ein Gerät ohne Sicherheitsupdates ist kein Komfortproblem, sondern ein offenes Tor. Für den Rollout hilft unser Beitrag zu Windows 11 25H2 im Unternehmen; die Grundlagen zur Plattform stehen im Wissensbeitrag Microsoft 365.
Was das für kleine IT-Teams bedeutet
Keine dieser Änderungen ist schwierig. Sie sind nur zahlreich, sie kommen aus verschiedenen Ecken – Exchange, Office-Apps, Windows-Lifecycle, Message Center – und keine davon meldet sich von selbst. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Betrieb mit eigener IT-Abteilung und einem mit 40 Mitarbeitenden, in dem sich jemand „auch um die IT kümmert”. Nicht das Können fehlt, sondern der Mensch, der einmal im Monat das Message Center liest und daraus eine Liste mit Datum macht. Das ist einer der Gründe, aus denen Betriebe die IT-Abteilung auslagern.
Wenn Sie das intern lösen wollen, hilft eine simple Routine: ein fester Termin im Monat, 30 Minuten, eine Liste mit drei Spalten – Änderung, Stichtag, wer kümmert sich. Wichtig ist nur, dass die Liste einen Eigentümer hat und nicht in einem Postfach verschwindet.
Unser Dienstleister war eine One-Man-Show. Solange er Zeit hatte, lief alles. Irgendwann hatte er keine Zeit mehr, und wir standen allein da.
Der häufigste Einwand dazu lautet: „Das können wir intern lösen.” Oft stimmt das, solange die eine Person da ist, die es kann. Im Oktober 2026 treffen EWS-Abschaltung, Office-2021-Ende und Windows-Stichtag auf Herbstferien und Grippewelle. Ein Betrieb, dessen IT an einem Kalender in einem Kopf hängt, hat dann kein Wissens-, sondern ein Verfügbarkeitsproblem.
Der andere Weg ist, den Betrieb abzugeben: Microsoft 365 betreuen lassen, zusammen mit Geräten und Zugängen als Service. Abkündigungen wie EWS oder SMTP AUTH werden zentral erfasst, betroffene Systeme identifiziert und die Umstellung nachgezogen, bevor jemand merkt, dass etwas nicht mehr geht.
Der Einstieg liegt bei 29 € pro Arbeitsplatz und Monat, optional 10 € für Antivirus und EDR; Microsoft-365-Lizenzen kommen als Durchleitung hinzu. Ob sich eine IT-Support-Flatrate gegen Stundenzettel rechnet, hängt vor allem daran, wie oft im Jahr solche Umstellungen anfallen – 2026 sind es auffällig viele. Der Zuschnitt passt für 20 bis 250 Mitarbeitende; wer eine eigene IT-Abteilung mit mehreren Stellen hat, braucht das nicht.
30 Minuten, kostenlos, ohne Vertriebsdruck: Wir sehen uns an, welche Ihrer Systeme von EWS und SMTP AUTH betroffen sind.
Gespräch vereinbarenGeschrieben von
kjello-Redaktion
IT-Praxiswissen für den Mittelstand
Hinter kjello steht ein erfahrenes Team aus IT-Profis, das mittelständische Unternehmen im Tagesgeschäft betreut. Wir schreiben über das, was wir in echten Firmen erleben — praxisnah, verständlich und ohne Fachchinesisch.
Häufige Fragen
Was passiert im Oktober 2026 mit Exchange Web Services?
Woran erkenne ich, ob mein Unternehmen EWS überhaupt nutzt?
Betrifft das Ende von SMTP AUTH auch unseren Drucker?
Müssen wir jetzt Microsoft 365 Copilot kaufen?
Welcher Update-Kanal ist für kleine Unternehmen der richtige?
Läuft Windows 11 24H2 wirklich im Oktober 2026 aus?
Microsoft 365 betreuen lassen statt Fristen jagen
kjello behält Abkündigungen, Support-Enden und Lizenzänderungen im Blick und zieht sie in Ihrer Umgebung nach – bevor jemand im Betrieb merkt, dass etwas nicht mehr geht.