Zum Inhalt springen
Microsoft 365 & Cloud

Teams Telefonie: die 3 Wege zum Telefonieren

Telefonieren über Microsoft Teams: die drei Anbindungswege (Calling Plan, Operator Connect, Direct Routing) im Vergleich, nötige Lizenzen, ehrliche Grenzen und wann sich Teams lohnt.

Jens Hagel
Jens Hagel · Gründer
4 Min. Lesezeit
Person mit Headset am Computer – Telefonieren über Microsoft Teams
Inhalt in Kürze
  • Mit Teams Phone lässt sich Microsoft Teams zur vollwertigen Telefonanlage ausbauen – über das öffentliche Telefonnetz, nicht nur firmenintern.
  • Es gibt drei Anbindungswege ans Telefonnetz: Microsoft Calling Plan, Operator Connect und Direct Routing.
  • Für die Telefonie über Teams ist zusätzlich zur Microsoft-365-Lizenz eine Teams-Phone-Lizenz nötig.
  • Teams hat ehrliche Grenzen: klassische Fax-Geräte, Türsprechstellen und komplexe Anruf-Flows sind nicht seine Stärke.
  • Für viele Betriebe ist eine Kombination sinnvoll – Teams für die Standardtelefonie, ein System wie 3CX oder Placetel für Sonderfälle.

Microsoft Teams kann längst mehr als Chatten und Videokonferenzen: Mit Teams Phone wird es zur vollwertigen Telefonanlage, die auch ins öffentliche Telefonnetz telefoniert. Für Unternehmen, die ohnehin in Teams arbeiten, ist das verlockend – aber die Einrichtung hat Tücken, und Teams hat ehrliche Grenzen. Dieser Beitrag erklärt die drei Wege ans Telefonnetz, die nötigen Lizenzen, wo Teams an seine Grenzen kommt und wann sich der Umstieg lohnt.

Teams Phone: Telefonieren über Teams

Standardmäßig kann man in Teams nur mit anderen Teams-Nutzern sprechen. Um mit Teams auch normale Telefonnummern anzurufen und erreichbar zu sein, braucht es Teams Phone – die Funktion, die Teams mit dem öffentlichen Telefonnetz verbindet. Damit werden Anrufe, Warteschleifen, Weiterleitungen und feste Rufnummern möglich.

Kurz gesagt: Teams Phone macht aus Microsoft Teams eine Telefonanlage. Der Chat-Client wird zum Telefon – am Computer, per App oder mit einem Tischtelefon.

Über Teams Phone können Benutzer Anrufe tätigen und entgegennehmen, Gespräche werden bei Bedarf weitergeleitet, und aus einer laufenden Besprechung heraus lässt sich direkt telefonieren. Administratoren verwalten Rufnummern und Berechtigungen zentral im Teams Admin Center.

Die drei Wege ans Telefonnetz

Der entscheidende Punkt ist die Anbindung ans öffentliche Telefonnetz. Dafür gibt es drei Wege:

WegWas es istFür wen
Microsoft Calling PlanAnrufplan direkt von Microsofteinfacher Einstieg, wo verfügbar
Operator ConnectAnbindung über einen Provider, im Teams Admin Center aktiviertschnelle Bereitstellung, geringe Kosten
Direct RoutingAnbindung über einen eigenen SIP-Trunk / Providermaximale Flexibilität, mehr Aufwand

Der Calling Plan ist der direkteste Weg, aber nicht überall und für jeden Bedarf optimal. Operator Connect aktiviert die Telefonie über einen Partner-Provider komfortabel im Teams Admin Center. Direct Routing bietet die größte Freiheit bei Providern und Tarifen, verlangt aber mehr Einrichtungsaufwand. Welcher Weg passt, hängt von Land, Anforderungen und vorhandenen Verträgen ab.

Telefonieren in Teams: die Funktionen

Im Alltag fühlt sich das Telefonieren mit Microsoft Teams an wie mit jedem Telefon – nur integriert. Über die Wähltastatur in der Teams-App lassen sich Telefonate ins Festnetz und aufs Handy führen; eingehende Anrufe kann der Nutzer annehmen oder ablehnen. Praktische Funktionen wie Anrufweiterleitung, Kurzwahl, Voicemail und der Anrufverlauf sind eingebaut. Wer viel telefoniert, richtet eine Stellvertretung ein, sodass etwa eine Assistenz Anrufe im Namen der Führungskraft annehmen kann – Stellvertretungen verwalten Nutzer selbst in den Einstellungen.

Administratoren konfigurieren die Telefonie zentral: Rufnummern zuweisen, Berechtigungen setzen, Funktionen aktivieren oder deaktivieren. So fungiert Microsoft als Telefonanbieter (beim Calling Plan) oder ein Partner-Provider, während Teams selbst der vertraute Client bleibt – über alle Teams-Clients hinweg, vom Desktop bis zur mobilen Teams-App.

Auch das Verwalten von Anrufen im Team ist eingebaut: Anrufe halten und durchstellen, Gruppenanrufe führen oder ein Telefonat nahtlos in ein Video- oder Bildschirmfreigabe-Meeting überführen. Weil Teams die gemeinsame Plattform ist, laufen Chat, Telefonie und Besprechung ineinander – ein Vorteil, den eine separate Telefonanlage so nicht bietet.

Lizenzen: was Sie brauchen

Teams-Telefonie ist nicht in der normalen Microsoft-365-Lizenz enthalten. Nötig ist zusätzlich eine Teams-Phone-Lizenz pro Nutzer, der telefonieren soll. Je nach Anbindungsweg kommt ein Anrufplan oder die Provider-Anbindung hinzu. Die gute Nachricht: Man muss nicht jeden Mitarbeiter mit einer Telefonie-Lizenz ausstatten – oft reicht sie für die Nutzer, die tatsächlich extern telefonieren.

Die ehrlichen Grenzen

Teams Phone ist stark, aber kein Alleskönner. Wo es an Grenzen kommt:

  • Fax: Klassische Fax-Geräte lassen sich nicht ohne Weiteres anbinden.
  • Türsprechanlagen und Klingeln: Spezielle Hardware braucht oft eine andere Lösung.
  • Komplexe Callflows: Sehr verzweigte Warteschleifen und Callcenter-Funktionen sind nicht die Kernstärke von Teams.
  • Analoge Geräte: Alarmanlagen, EC-Terminals und Ähnliches erwarten teils klassische Anschlüsse.
Für die Standardtelefonie im Büro ist Teams hervorragend. Wo Sonderfälle wie Fax, Türsprechstellen oder komplexe Callcenter-Abläufe im Spiel sind, ist eine Kombination mit einem spezialisierten System oft die bessere Antwort.

Teams oder 3CX/Placetel?

Die Frage ist selten „entweder/oder”, sondern „was wofür”. Teams glänzt bei der integrierten Kommunikation für Büroarbeitsplätze. Systeme wie 3CX oder Placetel sind stark, wo es um klassische Telefonanlagen-Funktionen, Sonderhardware oder sehr flexible Callflows geht. Viele Betriebe fahren am besten mit einer Kombination: Teams für die Standardtelefonie, ein dediziertes System für die Spezialfälle. Wie sich das grundsätzlich vergleicht, zeigt unser Ratgeber zur Telefonanlage für kleine Unternehmen, und was Cloud-Telefonie ausmacht, erklärt Was ist Cloud-Telefonie?.

Fazit: mächtig, aber mit Bedacht

Teams-Telefonie ist eine ausgereifte Lösung, die für viele Unternehmen die separate Telefonanlage überflüssig macht – vorausgesetzt, die Anforderungen passen. Der Schlüssel liegt in der richtigen Wahl des Anbindungswegs und einer ehrlichen Prüfung der Sonderfälle. Wer stark in Microsoft 365 unterwegs ist, sollte Teams Phone ernsthaft prüfen; wer Spezialanforderungen hat, kombiniert klug. Wie kjello die Telefonie einrichtet und dabei Teams mit betreuten Systemen wie 3CX oder Placetel verbindet, macht aus der Technikfrage eine Lösung, um die man sich nicht selbst kümmern muss – integriert in die übrige Microsoft-365-Umgebung.

Microsoft TeamsTelefonieVoIPMittelstand

Geschrieben von

Jens Hagel

Gründer

Jens Hagel gründete 2004 das Systemhaus hinter kjello und betreut mit seinem Team über 150 mittelständische Unternehmen. Er schreibt über das, was er in echten Firmen erlebt – praxisnah, ehrlich und ohne Fachchinesisch.

Häufige Fragen

Ersetzt Microsoft Teams die Telefonanlage?
Ja, mit Teams Phone kann Teams eine klassische Telefonanlage ersetzen – inklusive Anrufen ins öffentliche Telefonnetz, Warteschleifen und Rufnummern. Für Unternehmen, die ohnehin stark mit Teams arbeiten und keine Spezialanforderungen wie Türsprechanlagen oder Fax haben, ist das eine schlanke Lösung. Bei Sonderfällen ist eine dedizierte Telefonanlage oder eine Kombination flexibler.
Welche Lizenz brauche ich für die Teams-Telefonie?
Zur bestehenden Microsoft-365-Lizenz kommt eine Teams-Phone-Lizenz hinzu. Je nach Anbindungsweg wird zusätzlich ein Anrufplan (Calling Plan) oder eine Anbindung über einen Provider (Operator Connect, Direct Routing) benötigt. Die genaue Kombination hängt vom gewählten Weg ins Telefonnetz ab.
Kann ich meine Rufnummer bei Teams behalten?
In der Regel ja. Bestehende Rufnummern lassen sich zu Teams portieren. Wie das genau läuft, hängt vom Anbindungsweg ab – beim Direct Routing oder Operator Connect über den jeweiligen Provider, beim Calling Plan über Microsoft. Die Portierung sollte frühzeitig geplant werden, da sie einige Zeit in Anspruch nimmt.
Was kostet Teams-Telefonie pro Nutzer?
Die Kosten setzen sich aus der Teams-Phone-Lizenz (grob 7 bis 8 Euro pro Nutzer und Monat) und den Kosten für den gewählten Anbindungsweg (Anrufplan oder Provider-Anbindung) zusammen. Ob sich das gegenüber einer separaten Cloud-Telefonanlage lohnt, hängt von der Nutzerzahl und den Anforderungen ab.

Teams-Telefonie betreut einrichten lassen

kjello richtet die Teams-Telefonie ein – vom passenden Anbindungsweg über die Rufnummern-Portierung bis zur Integration mit 3CX oder Placetel für Sonderfälle.