Beste MDM-Software 2026: 10 Ansätze für den Mittelstand
Beste MDM-Software 2026: zehn Ansätze von Microsoft Intune über deutsche Anbieter bis zum betreuten Service – mit Vergleichstabelle und Auswahlkriterien.
- Die beste MDM-Software gibt es nicht als Produkt, sondern nur als Antwort auf drei Fragen: Welche Betriebssysteme, wo dürfen die Daten liegen, und wer bedient die Konsole im Alltag.
- Microsoft Intune ist für Unternehmen mit Windows-Flotte und Microsoft 365 meist die naheliegende Wahl, weil es laut Microsoft in mehreren Microsoft-365-Paketen enthalten ist – wer ein solches Paket lizenziert hat, muss Intune nicht zusätzlich kaufen.
- Für reine Apple-Umgebungen sind Spezialisten wie Jamf technisch tiefer; wo der Datenstandort zählt, kommen mit Relution (Stuttgart), Cortado (Berlin) und baramundi (Augsburg) deutsche Anbieter mit deutschsprachigem Support in Frage, aus der Schweiz ergänzt AppTec360 den DACH-Raum.
- Der teuerste Fehler ist nicht die falsche Software, sondern eine gekaufte Lizenz, die niemand bedient: Das BSI beschreibt MDM im IT-Grundschutz als Baustein SYS.3.2.2 mit eigenem Betriebsprozess, nicht als Produktkauf.
- Der zehnte Ansatz ist kein Produkt: MDM als betreuter Service, bei dem ein Dienstleister Lizenz, Einrichtung und laufenden Betrieb übernimmt – bei kjello Teil der Flatrate von 29 € pro Nutzer und Monat.
Die Suche nach der besten MDM-Software endet meist in einer Liste mit zehn Namen, die alle dasselbe zu können behaupten. Das eigentliche Problem ist ein anderes: Zwei Unternehmen mit je 60 Mitarbeitenden brauchen völlig unterschiedliche Lösungen, je nachdem ob im Lager Android-Handscanner laufen oder in der Konstruktion MacBooks. Dieser Beitrag ordnet zehn reale Ansätze nach Anwendungsfall ein, legt die Auswahlkriterien offen und nennt die Grenzen – auch die eigenen.
Was „beste MDM-Software” tatsächlich bedeutet
Mobile Device Management bedeutet: Endgeräte werden zentral aus der Ferne eingerichtet, mit Sicherheitsvorgaben versehen, aktualisiert und im Verlustfall gesperrt oder gelöscht. Alle ernstzunehmenden Produkte am Markt beherrschen diesen Kern. Der Unterschied liegt woanders.
Drei Fragen entscheiden praktisch immer über die Auswahl – und keine davon lässt sich mit einer Funktionsliste beantworten:
- Welche Betriebssysteme müssen wirklich abgedeckt sein? Ein reiner Apple-Betrieb hat andere Anforderungen als eine gemischte Flotte aus Windows-Notebooks, Android-Diensthandys und Spezialgeräten in der Produktion.
- Wo dürfen die Daten liegen? Für Behörden, Praxen und stark regulierte Branchen ist ein Serverstandort in Deutschland kein Komfortmerkmal, sondern Vergabekriterium.
- Wer bedient die Konsole am Dienstagnachmittag? Die Lizenz ist gekauft in fünf Minuten. Der Betrieb läuft Jahre – und daran scheitern die meisten MDM-Projekte im Mittelstand.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik führt MDM im IT-Grundschutz-Kompendium als eigenen Baustein SYS.3.2.2 – mit Anforderungen an Planung, Betrieb und Aussonderung, nicht nur an das Produkt. Wer die BSI-Bausteine zum Mobile Device Management durchgeht, sieht schnell: Der Großteil der Anforderungen betrifft Prozesse, nicht Software.
Die zehn Ansätze im Vergleich
Die folgende Übersicht sortiert nach Anwendungsfall, nicht nach Rangliste. Jeder Eintrag ist für seinen Fall eine gute Wahl – und für die anderen Fälle die falsche.
| # | Ansatz | Stark bei | Weniger geeignet für |
|---|---|---|---|
| 1 | Microsoft Intune | Windows-Flotten mit Microsoft 365, Autopilot-Rollout | reine Apple-Häuser ohne M365 |
| 2 | Jamf | macOS, iOS und iPadOS in der Tiefe | gemischte Windows-Landschaften |
| 3 | Relution | Datenschutz-sensible Bereiche, Schulträger, Verwaltung | Häuser, die alles im Microsoft-Stack wollen |
| 4 | Cortado MDM | Smartphones, Tablets und MacBooks, Rechenzentrum in Deutschland | Windows-Flotten mit klassischer Softwareverteilung |
| 5 | AppTec360 | Enterprise Mobility Management mit Zusatzmodulen, On-Premises möglich | Flotten, die nur eine schlanke Geräteverwaltung brauchen |
| 6 | baramundi Management Suite | Client-Management und Softwareverteilung on-premises | reine Cloud-Strategien |
| 7 | ManageEngine MDM Plus | breite OS-Abdeckung, wahlweise Cloud oder On-Premises | Teams, die den Betrieb der Konsole abgeben wollen |
| 8 | Scalefusion | Kiosk- und Einzweckgeräte, Logistik und Produktion | klassische Büro-Arbeitsplätze allein |
| 9 | Hexnode | schlanker Multi-OS-Einstieg für kleine IT-Teams | tiefe Apple- oder Windows-Spezialfälle |
| 10 | MDM als betreuter Service | Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung | Konzerne mit eigenem Endpoint-Team |
Nicht in der Tabelle, aber der Vollständigkeit halber: Ivanti Neurons, Omnissa Workspace ONE und IBM MaaS360 sind ausgereifte Plattformen – ihr Zuschnitt beginnt allerdings dort, wo ein eigenes Endpoint-Management-Team existiert. Für 20 bis 250 Mitarbeitende ist das selten der Fall.
Alle Angaben zu den genannten Produkten geben den Stand August 2026 nach den öffentlichen Angaben der jeweiligen Hersteller wieder. Funktionsumfang, Editionen und Preise ändern sich – prüfen Sie den aktuellen Stand vor einer Entscheidung beim Anbieter selbst.
Microsoft Intune: der Standardfall, wenn Windows den Takt vorgibt
Microsoft Intune ist die cloudbasierte Endpunktverwaltung von Microsoft und deckt praktisch alle im Mittelstand üblichen Plattformen ab. Der entscheidende Punkt für den Mittelstand ist wirtschaftlicher Natur: Laut Microsoft Learn zu den Intune-Lizenzplänen erhalten die meisten Organisationen Intune als Teil eines Microsoft-365-Pakets, etwa E3 oder E5, statt es separat zu kaufen.
Das heißt in der Praxis: Viele Unternehmen bezahlen ihr MDM bereits, ohne es zu nutzen. Wer Microsoft 365 im Haus hat, sollte zuerst prüfen, welcher Plan lizenziert ist, bevor er eine zweite Lösung beschafft. Welche Plattformen Intune abdeckt – laut Microsoft Android, iOS/iPadOS, Linux, macOS und Windows –, steht in der Übersicht „Was ist Microsoft Intune?”.
Die Kehrseite: Intune ist mächtig und entsprechend erklärungsbedürftig. Richtlinien, Compliance-Regeln und Bedingter Zugriff greifen ineinander, und eine falsch gesetzte Richtlinie sperrt im Zweifel die halbe Belegschaft aus. Genau deshalb bieten Systemhäuser Managed Intune als betreute Variante an.
Eine vorhandene Intune-Lizenz ist kein aktives MDM. Ohne Enrollment-Profil, Compliance-Richtlinie und definierten Rückgabeprozess steht die Lizenz nur in der Rechnung – nicht auf den Geräten.
Apple, Android und die Spezialisten
Wo eine Flotte überwiegend aus Macs, iPhones und iPads besteht, spielt ein Apple-Spezialist seine Stärke aus. Jamf ist ausschließlich auf Apple-Plattformen ausgerichtet und deckt macOS, iOS und iPadOS entsprechend tief ab – von einzelnen Systemeinstellungen bis zu Apple-eigenen Abläufen wie Automated Device Enrollment. Wenn Ihre Konstruktion oder Ihre Grafikabteilung auf Apple arbeitet, ist das ein ernsthaftes Argument.
Umgekehrt gilt: Scalefusion und Hexnode haben ihre Stärke dort, wo Geräte keine klassischen Arbeitsplätze sind. Handscanner im Lager, Tablets an der Maschine, Terminals im Verkaufsraum – für solche Einzweckgeräte im Kiosk-Modus sind sie gebaut. Ein Büro-MDM kann das oft auch, aber selten so komfortabel.
ManageEngine Mobile Device Manager Plus wiederum verwaltet Apple-, Android-, Windows- und ChromeOS-Geräte über eine Konsole und ist wahlweise als Cloud-Dienst oder On-Premises verfügbar; Produktseiten und Dokumentation gibt es auch auf Deutsch. Für Unternehmen mit knappem Budget und einer Person, die sich gerne einarbeitet, ist das ein solider Einstieg – Einrichtung und laufender Betrieb bleiben allerdings vollständig im Haus.
Deutsche und europäische Anbieter: wenn der Serverstandort zählt
Für Arztpraxen, Steuerkanzleien, Schulträger und öffentliche Verwaltungen ist die Frage nach dem Datenstandort keine Geschmacksfrage. Vier Anbieter aus dem DACH-Raum adressieren das ausdrücklich:
- Relution. Die Relution GmbH aus Stuttgart bezeichnet ihr Produkt selbst als UEM- und MDM-Software aus Deutschland; die Lösungsseiten sind nach Bildung, Verwaltung, Gesundheit und Unternehmen sortiert – Schulträger sind ein sichtbarer Schwerpunkt.
- Cortado MDM. Die Cortado Mobile Solutions GmbH sitzt in Berlin, liefert Oberfläche, Anleitungen und Support auf Deutsch und betreibt ihr Rechenzentrum nach eigenen Angaben in Frankfurt am Main, zertifiziert nach dem C5-Kriterienkatalog des BSI.
- AppTec360. Enterprise Mobility Management der AppTec GmbH mit Sitz in Basel, deutschsprachig und mit deutscher Servicenummer, verfügbar auch als On-Premises-Installation für Umgebungen, die keine Cloud-Verwaltung zulassen. Schweizer Hersteller – wo eine Ausschreibung ausdrücklich EU-Hosting verlangt, ist das zu prüfen.
- baramundi. Die Management Suite der baramundi software GmbH aus Augsburg verwaltet mobile Geräte als Teil eines umfassenden Client-Managements inklusive Softwareverteilung und Patch-Management – verbreitet dort, wo On-Premises gesetzt ist.
Der Zuschnitt dieser Anbieter zielt auf den DACH-Markt, nicht auf globale Feature-Rankings. Wenn eine Ausschreibung deutschsprachige Dokumentation und einen belegbaren Serverstandort verlangt, gehören sie zu den wenigen, die überhaupt in die engere Wahl kommen.
Sie packen einen neuen Laptop aus, schalten ihn ein, und er konfiguriert sich selbst: Apps, Einstellungen, Sicherheitsrichtlinien. Das ist keine Zukunft, das geht heute.
Der zehnte Ansatz: MDM als betreuter Service
Die neun bisherigen Ansätze haben eines gemeinsam: Sie liefern eine Konsole. Wer sie bedient, ist nicht Teil des Angebots. Genau daran scheitern MDM-Projekte im Mittelstand am häufigsten – nicht an der Software, sondern an der Person, die sie ein halbes Jahr später noch pflegen soll.
Der zehnte Ansatz dreht das um: Ein Dienstleister übernimmt Lizenz, Einrichtung, Rollout und laufenden Betrieb. kjello ist die IT-Abteilung als Service für den Mittelstand – ein Self-Service-Portal für On-/Offboarding, Geräte-Management und IT-Support, betrieben vom Hamburger Systemhaus hagel IT (seit 2004). Die Geräte- und Inventarverwaltung ist dabei kein Zusatzmodul, sondern Teil des Kerns.
Abgerechnet wird das bei kjello im Kern über einen Preis: 29 € pro Nutzer und Monat, netto, Geräteverwaltung eingeschlossen; Antivirus und EDR kosten optional 10 € je Nutzer mehr, Microsoft-365-Lizenzen kommen als Durchleitung hinzu. Im Support liegt die durchschnittliche Erstreaktion bei vier Minuten.
Zur Ehrlichkeit gehört die Grenze: Dieser Zuschnitt gilt für Unternehmen mit 20 bis 250 Mitarbeitenden. Konzerne mit eigenem Endpoint-Team fahren mit einer selbst betriebenen Enterprise-Plattform besser, und ein reines Cloud-only-Startup mit fünf MacBooks braucht weder das eine noch das andere. Wo die Geräteverwaltung in einen größeren Rahmen gehört, hilft der Überblick über IT-Asset-Management im KMU.
Was die Auswahl wirklich kostet
MDM-Lizenzen bewegen sich üblicherweise im niedrigen einstelligen Eurobereich je Gerät und Monat, gestaffelt nach Funktionsumfang. Weil Listenpreise sich ändern, gilt hier ausdrücklich: Stand dieses Beitrags ist August 2026 – prüfen Sie die aktuellen Preise beim jeweiligen Anbieter, nicht in Vergleichsportalen.
Der größere Posten ist ein anderer. Einrichtung, Migration der Bestandsgeräte und der laufende Betrieb übersteigen im ersten Jahr regelmäßig die Lizenzkosten. Wer den Gesamtaufwand seiner IT einordnen will, rechnet ihn am besten einmal durch – der IT-Kosten-Rechner liefert dafür in wenigen Minuten einen Anhaltspunkt. Und wer wissen will, was bei kjello enthalten ist, findet es auf der Seite IT-Flatrate zum Festpreis.
Ich habe neun IT-Häuser angeschrieben. Drei haben ein Angebot geschickt, das ich als Nicht-ITler verstanden habe.
Das ist der ehrlichste Auswahltest, den es gibt: Wenn Sie das Angebot nicht verstehen, werden Sie die Lösung auch nicht bedienen. Ein weiterer verbreiteter Einwand lautet „Das lösen wir intern”. Das funktioniert – solange die eine Person, die sich auskennt, nicht krank wird, kündigt oder in Urlaub fährt. Ein MDM ohne zweite Person, die die Konsole kennt, ist ein Einzelpunkt-Ausfallrisiko.
30 Minuten, kostenlos, ohne Vertriebsdruck – wir gehen Ihre Geräteliste durch und sagen ehrlich, ob kjello passt oder ein Spezialist die bessere Wahl ist.
Gespräch vereinbarenFazit: erst die Anforderungen, dann die Anbieterliste
Wer mit einer Anbieterliste startet, entscheidet nach Marketing. Wer mit den eigenen Anforderungen startet, hat die Liste meist schon auf zwei oder drei Kandidaten reduziert, bevor er die erste Demo sieht. Legen Sie fest, welche Betriebssysteme wirklich abgedeckt sein müssen, wo die Daten liegen dürfen und wer die Konsole im Alltag bedient – danach ordnet sich der Markt fast von selbst.
Wenn Sie noch am Anfang stehen, sind die Grundlagen in MDM im Mittelstand und die drei Wege in Geräteverwaltung für KMU der bessere Einstieg als jeder Anbietervergleich. Und wenn Sicherheit der eigentliche Treiber ist, gehört neben das MDM ein zweiter Baustein: Endpoint Security als Schutzschicht auf dem Gerät selbst, bei kjello als Modul Antivirus und EDR verfügbar.
Geschrieben von
Jens Hagel
Gründer & Geschäftsführer
Jens Hagel gründete 2004 das Systemhaus hinter kjello und betreut mit seinem Team über 150 mittelständische Unternehmen. Er schreibt über das, was er in echten Firmen erlebt – praxisnah, ehrlich und ohne Fachchinesisch.
Häufige Fragen
Was ist die beste MDM-Software für kleine Unternehmen?
Welche MDM-Anbieter kommen aus Deutschland?
Was kostet MDM-Software pro Gerät?
Brauche ich MDM, wenn wir schon Microsoft 365 haben?
Was ist der Unterschied zwischen MDM und UEM?
Kann man MDM auch auf privaten Handys einsetzen?
Geräteverwaltung, die schon betrieben wird
Bei kjello ist die Geräteverwaltung kein zusätzliches Projekt, sondern Teil des Portals – eingerichtet, betrieben und dokumentiert, ab 29 € pro Nutzer und Monat.