IT-Asset-Management-Software: 8 Werkzeuge im Vergleich
IT-Asset-Management-Software für 20–250 Mitarbeitende: acht Werkzeuge von Open Source bis Suite — mit Preisen, Stand-Datum, Auswahlkriterien und Grenzen.
- IT-Asset-Management-Software erfasst Geräte, Software, Lizenzen und Verträge an einer Stelle — der entscheidende Unterschied zwischen den Produkten ist nicht der Funktionsumfang, sondern woher die Daten kommen: aus einem Netzwerkscan, aus manueller Erfassung mit Etiketten oder aus dem laufenden IT-Betrieb.
- Am Markt haben sich vier Bauformen etabliert: automatische Inventarisierung (Docusnap), Asset-Tracking mit Etiketten für IT und Nicht-IT (seventhings, Timly), Open Source zum Selbstbetrieb (Snipe-IT, GLPI) und ITSM-Suiten mit ITAM-Modul (Freshservice).
- Die Preisspanne reicht von 0 Euro Lizenzkosten bei selbst gehosteter Open Source über 465 Euro pro Jahr bei Docusnap und 75 Euro pro Monat bei seventhings bis 195 Euro pro Monat bei Timly (Herstellerangaben, abgerufen am 07.08.2026).
- Achten Sie auf die Abrechnungseinheit: Werkzeuge werden je Asset, je Standort, je Agent oder pauschal berechnet — dieselbe Umgebung kostet je nach Modell das Drei- bis Zehnfache.
- Cloud-Abos sind der blinde Fleck, den kein Netzwerkscanner findet: 54 Prozent der Unternehmen ab zehn Beschäftigten bezogen 2025 kostenpflichtige IT-Dienste aus der Cloud, und diese Posten stehen auf keiner Hardware-Liste.
Die Suche nach IT-Asset-Management-Software beginnt meist an einem konkreten Punkt: Ein Gerät ist verschwunden, ein Lizenz-Audit steht an, oder die Geschäftsführung will wissen, was die IT eigentlich besitzt. Der Markt bietet darauf sehr unterschiedliche Antworten — vom Netzwerkscanner über die Etiketten-Plattform bis zur Service-Suite. Dieser Beitrag ordnet acht Werkzeuge nach Bauform ein, nennt Preise mit Stand-Datum und beschreibt, an welcher Stelle ein Werkzeug allein nicht mehr weiterhilft.
Was IT-Asset-Management grundsätzlich ist, warum es sich lohnt und was ins Register gehört, klärt unser Leitfaden zum IT-Asset-Management für KMU. Hier geht es ausschließlich um die Werkzeuge.
Was IT-Asset-Management-Software leisten muss
IT-Asset-Management-Software bedeutet: ein System, das alle IT-Werte eines Unternehmens — Hardware, Software, Lizenzen, Cloud-Abos und Verträge — mit Zustand, Zuordnung und Kosten führt und über den gesamten Lebenszyklus fortschreibt. Der Unterschied zwischen den Produkten liegt weniger im Funktionsumfang als in einer einzigen Frage: Woher kommen die Daten?
Drei Wege sind am Markt üblich. Ein Netzwerkscan findet alles, was eine IP-Adresse hat, und liest technische Details selbst aus. Etiketten und QR-Codes erfassen auch, was nicht im Netz hängt — den Monitor im Lager, das Headset, den Beamer. Und der laufende Betrieb liefert die Daten nebenbei, wenn Beschaffung, Rollout und Rückgabe ohnehin über ein System laufen.
Diese Frage ist keine Geschmackssache. Das BSI führt Asset-Management als eigene Anforderung im IT-Grundschutz: Im Baustein OPS.1.1.1 „Allgemeiner IT-Betrieb” heißt es in der Standard-Anforderung A6, der IT-Betrieb SOLLTE eine Übersicht aller vorhandenen IT-Assets erstellen, regelmäßig prüfen und aktuell halten — und dafür Werkzeuge einsetzen, die eine zentrale Verwaltung ermöglichen. Es ist eine Soll-Anforderung, keine Pflicht; das Wort „aktuell halten” ist trotzdem das teure. Es entscheidet über die Werkzeugwahl mehr als jede Funktionsliste.
Die Auswahlkriterien, offengelegt
Nach diesen fünf Kriterien sind die Werkzeuge unten einsortiert. Wer andere Prioritäten hat, kommt zu einer anderen Reihenfolge — deshalb stehen sie offen da:
- Datenherkunft. Automatischer Scan, Etikett oder Betrieb — wie viel entsteht ohne Tippen?
- Abdeckung. Nur Hardware, oder auch Software, Lizenzen, Abos und Verträge?
- Abrechnungseinheit. Je Asset, je Standort, je Agent oder pauschal. Dieselbe Umgebung kostet je nach Modell das Drei- bis Zehnfache.
- Betriebsaufwand. Wer betreibt den Server, wer spielt Updates ein, wer pflegt Berechtigungen?
- Ausstieg. Lässt sich der Bestand vollständig exportieren, wenn Sie in drei Jahren wechseln?
Ein sechstes Kriterium taucht in keiner Feature-Tabelle auf und entscheidet trotzdem am häufigsten: Wer pflegt das Ding, wenn der Projektschwung vorbei ist? Wo diese Frage offen bleibt, veraltet das Register unabhängig vom Preis der Lizenz — genau wie die IT-Dokumentation im Mittelstand, die aus demselben Grund scheitert.
Acht Werkzeuge, vier Bauformen — die Übersicht
| Werkzeug | Bauform | Datenherkunft | Einstiegspreis (Stand 07.08.2026) |
|---|---|---|---|
| Docusnap | Inventarisierung + Dokumentation | Netzwerkscan | ab 465,00 € / Jahr |
| seventhings | Asset-Plattform mit Etiketten | manuell + QR-Code | ab 75 € / Monat |
| Timly | Inventar- und Asset-Tracking | manuell + QR-Code | ab 195 € / Monat |
| Snipe-IT | Open-Source-Asset-Management | manuell + Importe | 0 € selbst gehostet |
| GLPI | Open Source, Helpdesk + CMDB | GLPI-Agent + Remote-Inventar | 0 € selbst gehostet |
| Freshservice | ITSM-Suite mit ITAM-Modul | Discovery + Tickets | ITAM ab 40 € / Agent / Monat |
| Microsoft Intune | Geräteverwaltung mit Inventar | Geräte-Enrollment | in bestimmten M365-Plänen (z. B. E3/E5) |
| kjello | IT-Betrieb als Service | laufender Betrieb | 29 € / User / Monat |
Die Tabelle vergleicht bewusst keine Sterne-Bewertungen. Die Werkzeuge lösen unterschiedliche Aufgaben, und das billigste ist nur dann das günstigste, wenn jemand da ist, der es betreibt.
Die Werkzeuge einzeln einsortiert
Docusnap ist stark, wenn die IT-Landschaft gewachsen ist und niemand mehr genau weiß, was im Netz hängt. Die Software scannt Netzwerke, Server, Clients und Verzeichnisdienste, erstellt daraus Inventar und Dokumentation und wertet Lizenzstände aus. Der Hersteller nennt für die lokale Variante wie für das Cloud-Produkt Docusnap365 jeweils ab 465,00 Euro pro Jahr (abgerufen am 07.08.2026). Wer eine On-Premises-Landschaft mit Active Directory betreibt, bekommt hier den größten automatischen Ertrag.
seventhings aus Dresden geht von der anderen Seite heran: Die Plattform verwaltet Inventar mit Etiketten und mobiler App, deckt neben IT auch Möbel, Fahrzeuge und Maschinen ab und bildet Vorgänge wie Wartung, On- und Offboarding oder Verleih ab. Der Starter-Tarif steht laut Anbieter bei 75 Euro pro Monat mit unbegrenzten Personen und einem Standort (abgerufen am 07.08.2026). Für Unternehmen, deren Inventarproblem nicht an der Netzwerkdose endet, ist das der passendere Zuschnitt.
Timly der Timly Software AG aus Zürich verfolgt einen ähnlichen Ansatz mit QR-Codes, Inventurprozessen und Ticketsystem. Der Anbieter nennt 195 Euro pro Monat für Essential+ und 495 Euro pro Monat für Professional, jeweils mit unbegrenzten Benutzern (abgerufen am 07.08.2026). Die Benutzerpauschale ist ein Vorteil, sobald viele Menschen nur lesend zugreifen sollen.
Vergleichen Sie nie Listenpreise, sondern rechnen Sie Ihren eigenen Fall durch. 40 Euro je Agent und Monat klingen überschaubar, bis vier Personen Tickets bearbeiten sollen. 195 Euro pauschal klingen teuer, bis 80 Menschen lesend zugreifen. Die Abrechnungseinheit verschiebt das Ergebnis stärker als jeder Rabatt.
Snipe-IT ist der Klassiker unter den Open-Source-Lösungen für reines Asset-Management: Geräte, Zubehör, Lizenzen, Zuordnung zu Personen, Ausgabe und Rücknahme. Selbst gehostet ist die Software kostenlos; der Anbieter Grokability bietet gehostete Pakete ab 399,99 US-Dollar pro Jahr mit unbegrenzten Nutzern und Assets an (abgerufen am 07.08.2026). GLPI von Teclib’ geht weiter und kombiniert Asset-Inventar, CMDB und Helpdesk in einer Open-Source-Anwendung. Beide sind hervorragend, wenn jemand im Haus Linux, Datenbank und Backup verantwortet — und eine schlechte Wahl, wenn niemand das tut.
Freshservice schließlich bringt Asset-Management als Modul einer ITSM-Suite mit, zusammen mit Ticketing, Servicekatalog und Änderungsmanagement. Freshworks nennt für die Jahreszahlung 15 Euro je Agent und Monat im Starter-Tarif, 40 Euro im Growth- und 84 Euro im Pro-Tarif (abgerufen am 07.08.2026). Für diesen Vergleich zählt eine Fußnote derselben Übersicht: Das Asset-Management steckt nicht im Starter-Tarif. Asset Units sind erst ab Growth enthalten — dort mit dem ITAM-Growth-Paket und 100 Einheiten, weitere kosten Aufpreis. Für ITAM beginnt Freshservice also bei 40 Euro je Agent und Monat, die separaten ITAM-Tarife nennt der Anbieter nur auf Anfrage. Der Reiz liegt darin, dass Ticket und Asset zusammenfallen: Wer ein Problem meldet, meldet es zu einem bekannten Gerät. Wo ohnehin ein Helpdesk aufgebaut wird, ist die Doppelnutzung ein echtes Argument.
Ich rate immer: nicht übertreiben, einfach anfangen. Die perfekte IT-Lösung gibt es nicht — aber eine, die in drei Monaten besser ist als heute.
Was Sie vermutlich schon haben
Bevor Sie ein Werkzeug kaufen, lohnt ein Blick auf das, was bezahlt im Haus liegt. Wer Microsoft 365 mit Geräteverwaltung nutzt, hat einen Teil der Inventarisierung bereits: Der Intune-Bericht „Ermittelte Apps” ist laut Microsoft eine Softwareinventur über alle registrierten Geräte und wird je Gerät ungefähr alle sieben Tage aktualisiert; Win32-Anwendungen meldet die Verwaltungserweiterung alle 24 Stunden. Enthalten ist Intune allerdings nicht in jedem Microsoft-365-Paket: Der Dienst wird über eigene Pläne lizenziert, die die meisten Organisationen als Teil eines Microsoft-365-Pakets wie E3 oder E5 erhalten (abgerufen am 07.08.2026).
Was dort fehlt, ist die kaufmännische Hälfte: Kaufdatum, Preis, Garantie, Leasing- und Lizenzvertrag, Kündigungsfrist, Löschnachweis. Genau deshalb ersetzt Microsoft Intune kein Asset-Management, liefert ihm aber die halbe Datenbasis kostenlos. Wie das im Alltag mit dem Rest der Geräteverwaltung im Mittelstand zusammenspielt, entscheidet über den tatsächlichen Aufwand.
Der blinde Fleck, den kein Scanner findet
Jedes Werkzeug in dieser Liste findet Geräte. Keines findet von selbst ein Abo, das jemand mit der Firmenkreditkarte abgeschlossen hat. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts bezogen 2025 54 Prozent der Unternehmen ab zehn Beschäftigten kostenpflichtige IT-Dienste als Cloud-Services, bei 50 bis 249 Beschäftigten sind es 65 Prozent (Stand der Tabelle: 24.11.2025).
Diese Posten wachsen am schnellsten und verlängern sich stillschweigend. Wer sein ITAM-Werkzeug nur mit Scan-Daten füttert, baut sich ein Register, das die größte Kostendynamik systematisch übersieht. Der organisatorische Gegenzug — Beschaffung über eine Stelle, jedes Abo mit Vertragsende im Register — kostet nichts und verhindert mehr Schatten-IT im Mittelstand als jede Software.
Wenn nicht das Werkzeug fehlt, sondern der Betrieb
Bei vielen Unternehmen mit 20 bis 250 Mitarbeitenden endet die Werkzeugsuche mit einer unbequemen Erkenntnis: Es fehlt kein Programm, es fehlt jemand, der es führt. Genau dort setzt kjello an. kjello ist die IT-Abteilung als Service für den Mittelstand — ein Self-Service-Portal für On-/Offboarding, Geräte-Management und IT-Support, betrieben vom Hamburger Systemhaus hagel IT (seit 2004). Das Asset-Register ist dabei kein eigenes Produkt, sondern der aktuelle Zustand des Portals für Geräte- und Inventar-Management: Weil Beschaffung, Übergabe, Nutzerwechsel und Rückgabe ohnehin dort laufen, kann es gar nicht veralten.
Die ehrliche Grenze gehört dazu: kjello ist auf den deutschen Mittelstand mit 20 bis 250 Mitarbeitenden zugeschnitten — nicht auf Konzerne mit eigener IT-Abteilung und nicht auf reine Cloud-only-Startups. Wer eine funktionierende IT-Mannschaft hat und nur ein Inventarwerkzeug sucht, ist mit Docusnap oder Snipe-IT besser bedient. Wer dagegen niemanden hat, der ein Werkzeug pflegt, kauft mit einem Werkzeug vor allem eine zusätzliche Aufgabe.
Ein Ansprechpartner, eine Rechnung, alles drin. Keine zehn Verträge, keine Überraschungen.
Preislich liegt das Inventar in Core und wird nicht separat berechnet: 29 Euro pro Nutzer und Monat (netto) enthalten Portal, On- und Offboarding, Geräte- und Inventar-Management, Accounts und den KI-gestützten L0-Support; optional kommen 10 Euro pro Nutzer und Monat für Antivirus und EDR dazu, Microsoft-365-Lizenzen werden durchgereicht. Alle Konditionen stehen offen auf der Preisübersicht, und wie sich das gegen den Markt einordnet, zeigt der Benchmark der IT-Kosten pro Mitarbeiter sowie der IT-Kosten-Rechner.
30 Minuten, kostenlos, ohne Vertriebsdruck: Wir sehen uns an, was Sie haben, und sagen, welches Werkzeug Sie dafür wirklich brauchen.
Gespräch vereinbarenFazit: Die Auswahl entscheidet sich an der Pflege
Es gibt keine beste IT-Asset-Management-Software, sondern eine, die zu Ihrer Datenherkunft und Ihrer Mannschaft passt. Gewachsene On-Premises-Landschaft mit eigenem Admin: Docusnap. Viel Inventar außerhalb des Netzes: seventhings oder Timly. Technisches Team mit Serverkompetenz und knappem Budget: Snipe-IT oder GLPI. Helpdesk und Assets aus einer Hand: Freshservice. Kein Team, das ein Werkzeug pflegen kann: ein Betriebsmodell statt eines Produkts, wie es die Produktübersicht von kjello beschreibt.
Der Anforderungskatalog unten ist für die Auswahl eines IT-Dienstleisters gebaut: 32 Prüfpunkte zu Umfang, Erreichbarkeit, Sicherheit, Transparenz und Übergabe. Dieselben Fragen taugen, um vor der ersten Demo zu klären, was ein Werkzeug abdecken muss — und was danach.
Geschrieben von
Jens Hagel
Gründer
Jens Hagel gründete 2004 das Systemhaus hinter kjello und betreut mit seinem Team über 150 mittelständische Unternehmen. Er schreibt über das, was er in echten Firmen erlebt – praxisnah, ehrlich und ohne Fachchinesisch.
Häufige Fragen
Welche IT-Asset-Management-Software gibt es für kleine und mittlere Unternehmen?
Was kostet IT-Asset-Management-Software?
Gibt es kostenlose IT-Asset-Management-Software?
Reicht Microsoft Intune als IT-Asset-Management?
Worin unterscheiden sich IT-Asset-Management und CMDB?
Nach welchen Kriterien wählt man ein ITAM-Werkzeug aus?
Inventar, das aus dem Betrieb entsteht
Bei kjello ist das Asset-Register kein eigenes Werkzeug, sondern der aktuelle Stand des Portals, über das Geräte, Konten und Software ohnehin verwaltet werden.