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IT-Wissen · Betrieb

VoIP (Voice over IP): Telefonieren über das Internet – einfach erklärt

Kurz erklärt

Voice over IP (VoIP) bezeichnet das Telefonieren über das Internet statt über das klassische Telefonnetz. Die Sprache wird digitalisiert, in Datenpakete zerlegt und über dieselbe Leitung übertragen, die auch für E-Mail und Internet genutzt wird.

  • VoIP heißt Telefonieren über die Internetleitung statt über eine separate Telefonanlage im Keller.
  • Weil die Rufnummer nicht mehr an einer Telefondose hängt, klingelt sie dort, wo Sie gerade sind – im Büro, im Homeoffice, auf dem Handy.
  • Für den Mittelstand bedeutet das weniger Hardware, flexible Arbeitsplätze und Funktionen, die eine klassische Anlage nur mit Aufwand bietet.

Das Ende der Telefonanlage im Keller

In vielen Betrieben steht sie noch: die Telefonanlage im Technikraum, ein Kasten mit vielen Kabeln, den nur ein Fachmann versteht. Solange sie läuft, denkt niemand an sie. Fällt sie aus oder soll ein Arbeitsplatz dazukommen, wird es umständlich und teuer. VoIP macht diesen Kasten überflüssig, indem es das Telefonieren dorthin verlagert, wo ohnehin schon alles läuft: ins Internet.

Wie VoIP funktioniert

Voice over IP heißt wörtlich „Sprache über das Internetprotokoll”. Statt über eine eigene Telefonleitung wird das Gespräch über dieselbe Datenverbindung übertragen, die Sie auch für E-Mail und Internet nutzen. Dazu wird Ihre Stimme digitalisiert, in kleine Datenpakete zerlegt, übertragen und beim Gegenüber wieder zusammengesetzt – in Echtzeit, sodass Sie davon nichts merken.

Telefoniert wird über ein VoIP-Telefon, das aussieht wie ein gewöhnliches Tischtelefon, oder ganz ohne eigene Hardware über eine App auf Rechner und Handy. Weil Telefonie damit nur eine weitere Anwendung im Netzwerk ist, lässt sie sich mit anderen Werkzeugen verbinden – etwa mit dem E-Mail-Postfach oder der Kundenverwaltung.

Was Sie davon im Alltag haben

Der spürbarste Unterschied: Die Rufnummer hängt nicht mehr an einer Telefondose, sondern an der Person. Sie klingelt dort, wo Sie gerade arbeiten – am Bürotelefon, im Homeoffice, unterwegs auf dem Handy. Für hybrides Arbeiten ist das ein entscheidender Baustein.

Dazu kommen Funktionen, die eine klassische Anlage nur mit Aufwand bietet: Anrufe intelligent weiterleiten, Warteschleifen einrichten, den Anrufbeantworter als Nachricht per E-Mail bekommen, neue Nebenstellen in Minuten statt Tagen anlegen. Wächst das Team, kommen Anschlüsse hinzu, ohne dass ein Techniker Kabel ziehen muss. Und weil kein eigener Anlagen-Kasten mehr nötig ist, sinkt der Wartungsaufwand.

IP-Telefone: Tischgerät, App oder schnurlos

Womit tatsächlich telefoniert wird, entscheidet jeder Arbeitsplatz für sich. Drei Bauformen decken den Alltag im Mittelstand ab:

  • IP-Tischtelefone sehen aus wie gewohnt, hängen aber am Netzwerkkabel statt an der Telefondose. Den Strom beziehen sie in der Regel über dieselbe Leitung, sodass kein zusätzliches Netzteil nötig ist. Für Arbeitsplätze mit viel Telefonverkehr – Empfang, Vertrieb, Auftragsannahme – bleiben sie die erste Wahl.
  • Softphones sind Apps auf Rechner und Smartphone. Sie brauchen keine eigene Hardware, wandern mit ins Homeoffice und zeigen beim Anruf gleich die passende Kundenakte, wenn die Telefonie mit dem übrigen System verbunden ist.
  • Schnurlose IP-Telefone melden sich an einer Basisstation im Netzwerk an – die Lösung für Lager, Werkstatt, Küche oder Praxis, wo niemand am Schreibtisch sitzt.

Mischen ist der Normalfall: Wer viel unterwegs ist, bekommt die App; wer den ganzen Tag telefoniert, ein Gerät mit Hörer. Beides klingelt unter derselben Nummer.

SIP: die Sprache hinter der Verbindung

Wer sich mit VoIP beschäftigt, stößt schnell auf SIP – das Session Initiation Protocol. Es ist der Standard, mit dem Telefone und Telefonanlage aushandeln, dass ein Gespräch zustande kommt: Gerät anmelden, Verbindung aufbauen, klingeln, annehmen, auflegen. Die Stimme selbst läuft über ein separates Protokoll; SIP ist die Signalisierung drumherum.

Zwei Begriffe begegnen Ihnen dabei im Angebot eines Anbieters:

  • SIP-Konto (SIP-Account): die Zugangsdaten, mit denen sich ein einzelnes Gerät oder eine Nebenstelle anmeldet.
  • SIP-Trunk: der Anschluss, über den ein Unternehmen mehrere Gespräche gleichzeitig ins öffentliche Telefonnetz führt. Die Zahl der gleichzeitigen Gespräche wird dabei gebucht – nicht die Zahl der Nebenstellen.

Weil SIP ein offener Standard ist, lassen sich Telefone verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Anlagen betreiben. Das ist der praktische Vorteil gegenüber der alten Anlage im Keller, deren Geräte meist nur zu ihr selbst passten.

Worauf es bei der Umstellung ankommt

Zwei Dinge entscheiden über die Qualität. Erstens die Internetverbindung: Sie muss stabil sein, und die Telefonie sollte im Netzwerk Vorrang bekommen, damit ein großer Download nicht das Gespräch stört. Die reine Bandbreite ist dabei selten das Problem – ein Gespräch braucht wenig davon; entscheidend ist eine gleichmäßige, unterbrechungsfreie Verbindung. Zweitens eine Ausweichlösung für den Fall, dass die Leitung einmal ausfällt – etwa das automatische Umleiten von Anrufen aufs Mobiltelefon, damit die Erreichbarkeit erhalten bleibt. Bestehende Rufnummern lassen sich in der Regel mitnehmen, für Ihre Kunden ändert sich also nichts.

Wenn die Anlage nicht mehr im eigenen Haus, sondern beim Anbieter läuft, spricht man von Cloud-Telefonie. Was das genau bedeutet, lesen Sie unter Was ist Cloud-Telefonie?.

Telefonie, die zum Arbeiten passt

Eine Telefonanlage ist nichts, womit sich ein Betrieb im Alltag beschäftigen möchte – sie soll einfach funktionieren. Bei kjello ist Telefonie ein Baustein, der sich in den übrigen Betrieb einfügt, statt ein eigenes Inselthema zu sein. Welche Lösungen dahinterstehen, zeigt der Bereich Telefonie (3CX & Placetel); wie Telefonie in das Gesamtbild passt, der Überblick zu So funktioniert kjello.

Häufige Fragen zu VoIP (Voice over IP)

Ist die Sprachqualität bei VoIP schlechter als beim alten Telefon?

Bei einer ordentlichen Internetverbindung nicht – oft ist sie sogar besser. Wichtig ist, dass die Leitung stabil ist und die Telefonie im Netzwerk Vorrang bekommt. Probleme entstehen fast immer nicht durch VoIP selbst, sondern durch eine überlastete oder falsch eingerichtete Verbindung.

Was passiert bei einem Internetausfall?

Dann ist auch die VoIP-Telefonie betroffen, weil sie dieselbe Leitung nutzt. Deshalb gehört zu einer sauberen Einrichtung eine Ausweichlösung – etwa das automatische Umleiten von Anrufen auf Mobiltelefone. So bleibt die Erreichbarkeit erhalten, auch wenn die Leitung einmal ausfällt.

Was ist ein IP-Telefon?

Ein IP-Telefon ist ein Telefon, das nicht an einer Telefondose, sondern am Netzwerk hängt. Es sieht aus wie ein gewöhnliches Tischtelefon mit Hörer und Tasten, wird aber per Netzwerkkabel angeschlossen und bezieht seinen Strom meist über dieselbe Leitung. Statt eines Geräts genügt auch eine App auf Rechner oder Handy – ein sogenanntes Softphone. Für Lager, Werkstatt oder Praxis gibt es schnurlose Varianten, die sich an eine Basisstation im Netzwerk anmelden.

Was ist SIP und wie hängt es mit VoIP zusammen?

SIP – Session Initiation Protocol – ist die Sprache, in der sich Telefone und Telefonanlage über ein Gespräch verständigen: Es meldet ein Gerät an, baut die Verbindung auf, signalisiert das Klingeln und beendet das Gespräch wieder. Die Sprache selbst wird über ein anderes Protokoll übertragen. VoIP ist also der Oberbegriff für das Telefonieren über das Internet, SIP der Standard, mit dem das in der Praxis fast überall umgesetzt wird. Ein SIP-Trunk ist entsprechend der Anschluss, über den ein Unternehmen mehrere gleichzeitige Gespräche ins öffentliche Telefonnetz führt.

Kann ich meine bestehende Rufnummer behalten?

In aller Regel ja. Bestehende Rufnummern lassen sich zum neuen Anbieter mitnehmen; das nennt man Portierung. Für Ihre Kunden ändert sich nichts – nur die Technik dahinter wird moderner und flexibler.

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